Balver Höhle dient Künstlern aus aller Welt als Bühne

Werner Traud (l.), Ehrenvorsitzender der Festspiele, und Ensemblemitglied Josef Bertsch vor einem Plakat aus dem Jahr 1988.

BALVE ▪ Wer sich derzeit in die Balver Sparkasse begibt, kann derzeit eine Reise in die Geschichte der Festspiele Balver Höhle unternehmen. Der Kulturverein feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Eine Plakatausstellung lässt das vergangene Vierteljahrhundert Revue passieren.

Ehrenvorsitzender Werner Traud erinnerte zur Eröffnung der Ausstellung am Samstag an die Anfänge der dritten Ära der Höhlenfestspiele nach den 1920er und den 1950er Jahren. „Ohne Professor Hermann Wedekind  würden wir heute hier nicht stehen“, zeigte Werner Traud auf, wer den Grundstein für den Verein gelegt hat. Im Jahr 1983 hatte Hermann Wedekind mit den Proben zu dem Stück „Catharina von Georgien“ begonnen. Der Erfolg überraschte alle Skeptiker. 1985 wurde dann der Verein Festspiele Balver Höhle offiziell gegründet. Im gleichen Jahr gastierte der Staatliche Kammerchor des Ministeriums für Kultur der UdSSR im Felsendom. Damals wurden die Musiker in deutschen Familien untergebracht. Die Reihe der Konzerte setzten Justus Frantz und die Philharmonie der Nationen, das Radio-Sinfonieorchester Prag und aktuell die Internationalen Symphoniker Deutschland ein. In besonderer Erinnerung blieb ein Auftritt der Philharmonia Hungarica, die über mehrere Jahre in der Höhle gastierte. Das Orchester verweigerte das Konzert mit dem Hinweis, dass die Temperatur in der Höhle nicht die erforderlichen 18 Grad erreiche. Der Abend mit dem „Totentanz“ von Franz Liszt und Brahms Oratorium „Ein Deutsches Requiem“ wurde dennoch zu einem großen Erfolg, da Chor, Pianist und Solisten sich auch ohne Orchester für den Auftritt in der Höhle erwärmten.

Eine Welturaufführung erlebte die Balver Höhle am 7. September 1997. Das Märkische Jugendsinfonieorchester präsentierte mit dem Oratorienchor Letmathe die Kantate „Tu es Petrus“ des Balver Ehrenbürgers und Kirchenmusikdirektors Theodor Pröpper.

Die Festspiele Balver Höhle haben sich seit 1992 aber auch den Märchen verschrieben und begeistern immer wieder tausende von Zuschauern in der Natursteinhöhle. In der Reihe „Märchen aus aller Welt“ steht in diesem Jahr Pippi Langstrumpf auf dem Spielplan.

„Kunst kennt keine Grenzen – Kunst führt die Völker zusammen“. Dieser Ausspruch von Professor Hermann Wedekind hat die Festspiele Balver Höhle in den vergangenen 25 Jahren geprägt. Ein Besuch der Plakatausstellung in der Sparkasse ist der beste Beweis dafür. ▪ paul

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