Hilfe zur Selbsthilfe

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Ein Teil des Teams der Ambulanten Einrichtung in Werdohl: Frank Löhr, Karin Schmidtchen, Frank Becker, Einrichtungsleiter aus Lüdenscheid, und Udo Klöckner (von links).

WERDOHL - Wenn Familien mit ihrer Situation überfordert sind, Eltern die Erziehung ihrer Kinder über den Kopf wächst oder Jugendliche zu Hause keinen Halt finden, tritt die Evangelische Jugendhilfe Friedenshort in Aktion. Seit drei Jahren gibt es auch in Werdohl eine ambulante Eirichtung, die sich im Auftrag des Jugendamtes um familiäre Problemfälle kümmert.

Von Laila Weiland

„Wir haben Tagesgruppen und Erziehungsstellen in Lüdenscheid und Plettenberg“, erklärt Einrichtungsleiter Frank Becker. „In Werdohl und Meinerzhagen bieten unsere Teams außerdem ambulante Hilfe an.“ Sechs Mitarbeiter, allesamt Fachkräfte aus Sozialpädagogen, Sozialarbeitern und Erziehern, sind in der Zweigstelle Werdohl beschäftigt. Die Evangelischen Jugendhilfe Friedenshort ist ein bundesweit agierender Träger, der seinen Hauptsitz in Freudenberg hat.

Ingesamt werden in den ambulanten Einrichtungen vor Ort 70 Familien betreut. Die Gründe für deren Probleme sind unterschiedlich: „Trennung der Eltern, alleinerziehende Mütter, die mit ihren pubertierenden Kindern nicht mehr klar kommen, finanzielle Sorgen haben ober Jugendliche mit Schulproblemen“, zählt Becker einige Fälle auf. Weil die Ursachen so unterschiedlich sind, wird auch die Vorgehensweise der Pädagogen individuell angepasst. „Die Familien werden in fast allen Fällen mit einbezogen und können mitentscheiden“, erklärt Frank Löhr. „Wir kommen nicht vorbei und sagen ihnen was sie tun müssen, sondern geben Hilfe zu Selbsthilfe. Wir bieten den Blick von außen und fungieren als Übersetzer.“ Nur in Härtefällen, in denen das Wohl des Kindes in Gefahr ist, schreibt das Jugendamt vor, wie intensiv die Familie betreut wird. Das sei aber nur selten der Fall. Sonst besuchten Mitarbeiter des Jugendamtes die Familien, böten ihnen die Hilfe der ambulanten Einrichtung an und übergeben dann an das Werdohler Team, erklärt Frank Becker. „In der Regel betreuen wir die Familien über einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren“, sagt Udo Klöckner. „Wir fangen mit intensiver Betreuung an und lassen diese zum Ende hin auslaufen.“

Neben der Hilfe innerhalb der Familien bietet die Evangelische Jugendhilfe auch Gruppenangebote. Dort können sich die Teilnehmer austauschen und aus den Erfahrungen der anderen lernen. Vor allem merken sie jedoch eines: dass sie mit ihren Problemen nicht alleine sind.

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