Hilfe bei akuter Lebensgefahr

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Patrick Schäfer, Thorben Reus und Manuel Marx (von links) haben sich zu qualifizierten Erst-Helfern ausbilden lassen. Löschgruppen- und Löschzugführer Christian Boike ist froh, so kompetente Wehrmänner in seinem Team zu haben.

VOLKRINGHAUSEN ▪ Vier Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Volkringhausen haben sich zu qualifizierten Erst-Helfern ausbilden lassen.

André Stracke, Patrick Schäfer und Thorben Reuse haben ihre Ausbildung schon erfolgreich abgeschlossen, Manuel Marx hatte seine Prüfung krankheitsbedingt absagen müssen, und holt diese demnächst nach. Dann rückt auch er mit aus, wenn die Kreisleitstelle meldet, dass der Rettungswagen in Balve an anderer Stelle im Einsatz ist, aber dringend Hilfe erforderlich ist. Die Erst-Helfer können Wiederbelebungsmaßnahmen durchführen, sie helfen bei akuter Lebensgefahr oder wenn der Patient ohne Bewusstsein ist.

„Wir sind keine Konkurrenz zum Balver Krankenhaus oder zum Notarzt“, betont Christian Boike. Der Berufsfeuerwehrmann und Rettungsassistent ist in Volkringhausen als Löschgruppenführer tätig. Zudem leitet er den mit den Nachbardörfern Beckum und Eisborn gebildeten Löschzug. „Wir helfen vor Ort, bis der Rettungswagen eingetroffen ist,“ sagt Boike. Unterstützung gibt es dabei vom Feuerwehrkameraden und Rettungssanitäter Benjamin Yeoh. Allerdings seien die Volkringhausener nur im Einsatzgebiet für den Löschzug zuständig. Boike: „Sonst werden die Anfahrtszeiten zu lang.“

Den Anstoß für das Projekt „Qualifizierte Erst-Helfer“ gab es im Herbst 2010: Aus rechtlichen Gründen durfte kein Ausrücken mit dem Defibrilator (Herz-Wiederbelebung) erfolgen. Die vier Volkringhausener ließen sich an diesem Gerät ausbilden. Zunächst lernten sie die Bedienung innerhalb von 16 Stunden. Weitere 45 Stunden opferten die Männer an den Wochenenden, um qualifizierte Erste Hilfe leisten zu können. Und weitere Fortbildungen folgen.

Die Männer könnten nun unter anderem Symptome von Herzinfarkt und Schlaganfall erkennen, Blutzucker und Blutdruck messen – und angemessen reagieren, bis der Notarzt eintrifft, erklärte Boike und berichtete: „Außerdem nehmen sie Basismaßnahmen vor und überwachen die Vitalfunktionen.“

Dieses vom Volkringhausener Feuerwehr-Förderverein geförderte Projekt hat offiziell im Dezember 2011 begonnen und ist das erste im Balver Stadtgebiet. Zunächst ist es auf ein Jahr befristet und werde ständig vom Kreis überwacht. Drei Einsätze seien bisher gefahren worden, wobei bis zu 18 Minuten bis zum Eintreffen des Rettungswagens überbrückt wurden. Kontrolliert würden stets die Notfallprotokolle, begleitet werde die Maßnahme von Dr. Thorsten Kreis, dem Leitenden Notarzt im Märkischen Kreis und Notarzt in Hemer. ▪ Von Julius Kolossa

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