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Hexenprozesse: Autorin Anja Grevener begeistert mit eindringlicher Lesung

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Von: Julius Kolossa

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Anja Grevener las – gemeinsam mit ihrem Mann Mirko – im Bürgerhaus aus ihrem neuesten Roman.
Anja Grevener las – gemeinsam mit ihrem Mann Mirko – im Bürgerhaus aus ihrem neuesten Roman. © Julius Kolossa

Es war eine eindringliche Lesung, die den 30 Besuchern am Donnerstag im „Bürgerhaus am Platze“ geboten wurde: Zu Gast war Anja Grevener – und bereits der Titel ihres Buches „Giebelritt durchs Sauerland, Literarische Schlaglichter auf die Hexenverfolgungen“ ließ vermuten, dass es die gelesenen Auszüge durchaus in sich hatten.

Balve – Denn: In den insgesamt 23 Kapiteln werden jeweils einzelne Schicksale der im 16. und 17. Jahrhundert als Hexen und Hexer getöteten Menschen erzählt – und zwar von Soest bis Bilstein, Menden bis Balve.

„Ich lege Wert darauf, dass die Details und der zeitgenössische Konsens passen, doch sonst nehme ich mir künstlerische Freiheiten, um meine Empfindungen und Inspirationen zum Ausdruck zu bringen“, erzählte Grevener im Gespräch. Ein Sachbuch sei nicht aus den vorausgegangenen Recherchen vor Ort, oder auch in Archiven und Antiquariaten hervorgegangen: „Aber es ist nah dran an dem, was vorstellbar gewesen sein könnte.“

Auf die Idee dazu kam die 45-Jährige mit familiären Wurzeln in Garbeck durch ihren heimatverbundenen Vater, der ihr viele Geschichten – unter anderem über den Galgenberg in Balve – erzählt hatte. Daraus entstand ihr erster Roman „Der Sündenbock“, der im Jahr 2014 veröffentlicht und von ihr in der Balver Bücherei gelesen wurde.

Mit dem Lesen und Schreiben hat Anja Grevener auch beruflich zu tun, seitdem sie bei der damaligen „Mendener Zeitung“ volontierte und als Redakteurin arbeitete. Inzwischen aber ist sie freiberufliche Lektorin und überarbeitet die ihr vorgelegten Bücher aus den Bereichen Fantasy, Krimi und erlebbare Geschichte.

Dass sie dennoch Zeit findet, sich in eigenen Büchern selbst auszudrücken, ist ihr wichtig. Und dass sie andere Menschen dafür begeistern kann, wurde bei ihrer Lesung in Balve deutlich: Die Zuhörer wurden schnell in eine andere Welt mitgenommen, in der die handelnden Charaktere in ihren eigenen Welten handelten. In den Zeiten der Hexenprozesse spielten religiöser Wahn, Intrigen und Familienstreitigkeiten eine Rolle.

In den fünf gelesenen Geschichten wurde deutlich: Es gab kein Happy End. Dazu passte, dass das Ende jeweils von Mirko Grevener, dem Mann der Autorin, in einem mittelalterlichen Kostüm vorgelesen wurde. „Für mein nächstes Buch habe ich schon viele neue Ideen“, verriet sie. „Eventuell handelt es sich um eine starke Frau des Mittelalters, die aus Arnsberg kam. Oder aber ich wechsele komplett die Zeitschiene und schreibe stattdessen über die Neuzeit.“

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