Durch Hilfe Wärme und Menschlichkeit spenden

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Hermann Krekeler ist die Rumänienhilfe nach wie vor ein großes Anliegen. ▪

BALVE ▪ „Wir sollten auf das Positive schauen und uns davon motivieren lassen“, schrieb Hans Rosenkranz aus Oberhausen zu Weihnachten einen Brief an Hermann Krekeler, der sich bei der Kolpingfamilie Balve um die Rumänienilfe kümmert. Von seinem Freund Rosenkranz, der die Fahrten mit Hilfsgütern aus der Hönnestadt nach Ciacova durchführt, wurde Krekeler über die Durchführung des 51. Hilfstransports in die rumänische Stadt informiert.

Nach wie vor gibt es Negatives zu berichten, was Hans Rosenkranz bei der Beschreibung einer Kurklinik in Manilla nur andeutet: „Die sanitären Verhältnisse zu beschreiben, möchte ich Ihnen nicht zumuten.“ Eine Heizanlage, deren Risse im Kessel mit Lehm abgedichtet sind, soll für Wärme sorgen, „Küche und Wäscherei sind in einem trostlosen, kaum zu beschreibenden Zustand.“ In einem solchen Haus liegen Patienten mit Infektionskrankheiten: „Sie werden diesen Ort nicht mehr lebend verlassen. Sie sind die vergessenen Alten, verdrängt aus den Gedanken der Verantwortlichen.“ Dies sei kein Einzelfall, solche Einrichtungen gibt es überall in Rumänien, „trotz EU-Mitgliedschaft“, wie Rosenkranz schreibt.

Der zweiseitige Brief ist eindringlich, beschönigt nichts. „Aber er macht auch Mut, weiter zu machen“, so Hermann Krekeler im Gespräch mit unserer Zeitung.

Hilfe aus Deutschland sei es, die „Menschlichkeit und Wärme auf die sonst trostlosen Gesichter zaubert“, weist er auf eine Stelle aus dem Brief hin. So wurde der Kindergarten in Steierdorf vor eineinhalb Jahren von Grund auf renoviert. Was davor eine „Tropfsteinhöhle“ war, sei nun eines deutschen Kindergartens ebenbürtig, hergestellt mit gespendeten Materialien und viel ehrenamtlicher Arbeit.

Hans Rosenkranz: „Die Situation erfordert, weiter zu arbeiten im ärmsten Land der EU.“ Er nennt die Ursache dafür beim Namen: „Die Politiker in Rumänien haben versagt und werden weiter versagen. Ihnen ist das eigene Schicksal wichtiger als die Versorgung der Bevölkerung.“ Es sind diese harten, aber ehrlichen Worte, die zum Nachdenken über den Sinn weiterer Aktionen anregen. Diese fordert Rosenkranz, zählt er doch das bisher Erreichte in Ciacova auf: Kinder- und Altenheime, medizinisches Behandlungszentrum, eine poliklinische Einrichtung, die im weiten Umkreis einmalig sei, die Landwirtschaft mit Schweinezucht und Milchwirtschaft, die Metzgerei, die Kleiderkammer, die Baugruppe und der Landmaschinenring sowie die vielen Freunde in den sozialen Einrichtungen und Krankenhäusern, die von Ciacova aus Hilfe erhalten. Dafür lohne es sich, weiter zu machen.

So sieht es auch Hermann Krekeler, der diesen Brief seinen Kolpingschwestern - und -brüdern aus Balve vorstellen wird. „Voraussichtlich im März findet die nächste Fahrt statt. Ziel ist die Inbetriebnahme der Räucherkammer unter Anleitung von Franz Jedowski.“ ▪ Julius Kolossa

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