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Helmut Unnasch ist in Balve seit 20 Jahren der Schüler-Vermittler

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Helmut Unnasch berät in seinem Büro im Schulzentrum Krumpaul Haupt- und Realschüler aus Balve, aber auch Schüler aus den umliegenden Städten.

Balve – Hinter der unscheinbaren Tür zum Raum 18 im schlichten Obergeschoss in der Balver Hauptschule verbergen sich für viele Schüler ganz neue Welten.

Denn hier berät Helmut Unnasch über Berufe und Bewerbung, gibt zudem Orientierung bei der Berufswahl. Der 61-jährige Berufsberater aus Iserlohn nimmt sich Zeit für jeden seiner „Kunden“, die meist aus der Haupt- und Realschule am Schulzentrum Krumpaul kommen. Aber auch Jugendliche und junge Erwachsene aus den umliegenden Städten kommen zu ihm, um sich zu informieren. 

„Jeder ist anders“, sagte der Iserlohner im Gespräch mit der Redaktion. Bereits seit dem Jahr 2000 ist Unnasch in Balve für die Bundesagentur für Arbeit tätig, und wird auch noch bis zum Ende der auslaufenden Hauptschule in zwei Jahren dort tätig sein. 

Manchmal fehlen die Voraussetzungen

Zu ihm kommen nach wie vor Jugendliche, die die „Klassiker“ lernen wollen: Industriemechaniker, Industriekaufmann, Bankkauffrau oder Erzieherin. Doch nicht alle Wünsche gehen in Erfüllung: „Es fehlen manchmal die nötigen schulischen Voraussetzungen, oder aber es gibt falsche Vorstellungen.“ Unnasch macht dies am Beispiel des Altenpflegers deutlich. „Dass dieser Beruf psychisch sehr belastend sein kann, machen sich die jungen Leute oft nicht bewusst.“ An dieser Stelle kommt Unnasch ins Spiel, denn er weiß um Alternativen. Als der 61-Jährige nach der Schule selbst eine Berufsberatung in Anspruch nahm, sei diese noch ganz anders abgelaufen, erinnert er sich. Ihm schwebte eine kaufmännische Richtung an der Handelsschule vor – dazu habe sein damaliger Berufsberater nur gesagt: „Machen.“ Viel mehr sei nicht gekommen, sodass die erste Zeit auf der Handelsschule ein Abwarten gewesen sei, ob diese Ausbildung mit den eigenen Vorstellungen übereinstimmt. 

„Nein, es stimmte nicht“, schüttelte Helmut Unnasch den Kopf. Er informierte sich dann lieber selbst über mögliche Berufe, machte sich mit der von der Bundesagentur für Arbeit herausgegebenen Buchreihe „Beruf aktuell“ schlau. Der Bereich „Verwaltung“ sprach ihn an. Helmut Unnasch: „Ich wollte mit Menschen und Büroarbeiten zu tun haben, da habe ich mich beim Arbeitsamt beworben.“ Im Mai 1993 absolvierte er seine Ausbildung zum Berufsberater, leitete anschließend das Berufsinformationszentrum in Iserlohn. 

Viele Vermittlungen

Dass er seit mittlerweile 20 Jahren in Balve tätig ist, hier auch Kunden aus Neuenrade berät, gefällt Unnasch. „Wir reden miteinander“, schließt er seine Klientel ebenso mit ein, wie die Schulen und Betriebe. Das macht sich auch in den Zahlen bemerkbar: Aktuell zwölf Hauptschüler lassen sich für das nächste Ausbildungsjahr beraten, wovon sechs durch Eigeninitiative bereits eine Lehrstelle gefunden haben, vier davon durch die Vermittlung von Helmut Unnasch. 

Von der Realschule kommen 22 Schüler. Acht haben einen Ausbildungsvertrag in der Tasche, drei hat der Berufsberater vermittelt. Nach der Schule kommen die Älteren in sein Büro. 46 sind es, von denen 29 eine Lehre beginnen werden (Helmut Unnasch vermittelte 19 Ausbildungsverträge). Im Jahr davor war es 37 von 73 (21). 

Persönliche Ansprache

„Der Berufsberater ist nicht out“, betont Helmut Unnasch. Zwar gebe es im Internet längst genügend Informationen über die verschiedenen Berufsfelder, „aber es wird immer eine Klientel geben, die auf das persönliche Gespräch bei Bewerbungen nicht verzichten kann“, meint Unnasch – und ergänzt überzeugt: „Berufsberater sind weiterhin erforderlich, werden nicht überflüssig.“

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