Von der Nordsee bis zu den Alpen auf dem Dachboden

+
Fachgespräch unter Modellbauern beim Workshop der Eisenbahnfreunde Hönnetal im Güterschuppen in Binolen: Helmut Hartig (links) und Alfons Blumenkamp.

Balve - An kalten und ungemütlichen Wintertagen fährt Helmut Hartig (63) gerne von der Nordsee bis zur Alpenregion und zurück. Dafür nimmt er eine Diesel- oder eine Dampflok, und genießt die Fahrt damit in vollen Zügen, wobei der Garbecker stets auf Rund-um-die-Uhr-Verpflegung setzen kann.

Dafür muss er nur vom Dachboden in die Küche. „Mein kleines Reich“, sagt der Garbecker zu seiner fünf mal zwei Meter großen HO-Modellbauanlage.

Der Maschinenbaumeister hat sich schon als Kind für den Bahnbetrieb im Miniaturformat interessiert; mittlerweile ist bis heute eine Anlage entstanden, in die er viel Fantasie und vor allem Arbeit gesteckt hat.

Die acht Züge mit Geräuscheffekten und Dampf sowie die Waggons sind gekauft, außerdem einige Bausätze. „Ich baue auch selbst nach“, fügt er hinzu. Zurzeit arbeitet er daran, die Seriemer Mühle, die in Originalgröße in Neuharlingersiel an der Nordsee steht, nachzubauen. Das denkmalgeschützte, mehr als 200 Jahre alte Bauwerk in Ostfriesland, hat es Helmut Hartig angetan.

Teilnahme an Modellbau-Workshop

Damit es in seiner Anlage richtig zur Geltung kommt, nahm der 63-Jährige in diesem Monat teil am ersten Modellbau-Workshop in diesem Jahr der Eisenbahnfreunde Hönnetal. Über die Qualität der dortigen Modellbauer berichtet Hartig nur Gutes: „Ich habe mir schon mehrmals ihre Ausstellungen im Güterschuppen angesehen und auch vor einem Jahr an ihrem ersten Workshop teilgenommen.“ Viele neue Anregungen habe er seinerzeit mitgenommen von dem Modellbauteam um Alfons Blumenkamp, Gerd Humme, Klaus Kampelmann und Erwin van Stekelenburg.

Beim Februar-Workshop stand die Landschaftsgestaltung im Mittelpunkt der zweitägigen Veranstaltung. „Wir mussten den Workshop wegen der hohen Anmeldezahl teilen“, sagte Klaus Kampelmann von den Eisenbahnfreunden Hönnetal. Aus Garbeck, Fröndenberg, Soest, Altenaffeln, Lüdenscheid und Werdohl kamen die Teilnehmer.

Einige Eltern hatten ihre Kinder mitgebracht. Gemeinsam lernte die Familie, wie ein Teilstück einer Landschaft auf einem Holzrahmen mit Pappe dargestellt wird. „Günstiger geht es nicht“, weiß Alfons Blumenkamp, der als gelernter Modellschreiner mittlerweile im Ruhestand ist und seine Kenntnisse nun voll und ganz in sein Hobby einbringen kann.

Seit 14 Jahren ist Blumenkamp Modellbauer, zunächst im kleineren Spurformat N, mittlerweile im größeren HO-Format. Und seit Weihnachten schickt er auch zwei Loks und zwölf Anhänger auf 45 Millimeter Spurbreite auf Tour; die LGB-Anlage ist seine neueste Anschaffung.

Großer Fundus an gespendeten Häusern

Beim Modellbau-Workshop stehen er sowie Gerd Humme, Klaus Kampelmann und Erwin van Stekelenburg Jung und Alt bei jeder Frage rund um die Gestaltung zur Seite. Dabei können sich alle aus einem großen Fundus an originalverpackten, weil gespendeten Häusern, Büschen und Bäumen, bedienen – so oft sie wollen. Mitbringen mussten die Teilnehmer nur Papier und Schere.

Schnell sind diese in ihre Arbeiten vertieft, während ihnen die Modellbauexperten über die Schulter schauen, und schon erahnen, wie sich eine Landschaft mit welchen Mitteln verändern lässt. Dazu gehört auch, das Bahnsteigkanten aus Streichhölzern entstehen.

Insgesamt steckt viel Feinarbeit in den vierstündigen Workshop im Güterschuppen. Für Helmut Hartig hat es sich gelohnt: „Man sieht sofort den Erfolg.“ Für ihn ist dieses Hobby ideal, biete es doch immer wieder neue Herausforderungen: „Die Veränderungen und Ergänzungen an der Anlage hören nie auf.“

 

Der nächste Modellbau-Workshop findet am Samstag, 10. März, statt, ist aber bereits komplett ausgebucht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare