"Helfer zu Eurer Freude“ Pastor Jürgen Bischoff verabschiedet sich

+
Zum Abschied bekam Pastor Jürgen Bischoff unter anderem ein Lebkuchenherz geschenkt.

Garbeck - „Du bist einfach spitze“, brachten die Garbecker auf einem Lebkuchenherz kurz und knapp zum Ausdruck, was sie von Pastor Jürgen Bischoff halten. Er wechselt jetzt nach sieben Jahren in Garbeck nach Nieheim.

„Wir verlieren neben unserem beliebten Seelsorger zugleich auch noch unseren Bischoffs-Sitz“, brachte es Dieter Bathe, Kirchenvorstand, auf den Punkt. 

Beim am Freitag vollzogenen Abschied in der Pfarrkirche, bei dem Jürgen Bischoff als Zelebrant der Messfeier von den Mitgliedern des Hauptamtlichen Teams am Altar unterstützt wurde, kamen auch humorvolle Worte vor – ganz im Sinne des ausscheidenden Priesters. „Vielleicht kommt Du als Festprediger auf einem Patronatsfest wieder“, wünschte Ortsvorsteher Christoph Haarmann. 

Festzug zur Schützenhalle

Im Namen des Dorfes dankte dieser dem Pastor, den er als unkompliziert, authentisch, offen, lebensfreudig und auch als Freund kennengelernt hatte. Dieses wurde von allen Anwesenden in der voll besetzten Garbecker Kirche bestätigt. Aus allen Gemeinden des Pastoralverbundes kamen sie zu dieser Messfeier, um noch einmal mit diesem Pastor die Eucharistie zu feiern. 

So viele Fahnenabordnungen nahmen teil, dass sie im Altarraum, als auch davor Aufstellung nahmen. „Ein besonderer Anlass führt uns zusammen“, sagte Pfarrer Andreas Schulte zu Beginn der Messfeier. Es sei die Zeit gekommen, von Pastor Jürgen Bischoff an seinem 50. Geburtstag Abschied zu nehmen. „Danke für die sieben Jahre, die Du bei uns gelebt und gearbeitet hast.“ 

Abschied in der Pfarrkirche

Im Juni 2010 begann Jürgen Bischoff seinen Dienst in Garbeck; dieser blickte in seiner Predigt zurück auf seine Anfangszeit, in der er sich dank der Fußballweltmeisterschaft 2010 schnell und gut im Dorf eingelebt habe: „Ihr habt mich angenommen, wie ich bin.“ In seinen Dank schloss er von den Kindern bis zu den Vereinen alle ein. Präses war er in der Frauengemeinschaft, bei den Maltesern und den Schützen aus Küntrop und Garbeck. 

„Mein Dank geht auch an die Alten und Kranken, denen ich helfen konnte, deren Glaubenszeugnis andererseits mich selbst stärkte und festigte“, blickt er zurück. Bei seiner Priesterweihe vor 22 Jahren habe er sich für das Leitwort: „Helfer zu Eurer Freude“ entschieden. Ein solcher Helfer in Garbeck gewesen zu sein, das war sein Ziel. Aber: „Geistliche brauchen auch Menschen, die sie mittragen.“ Glaube erhalte Kraft durch Beziehungen und Verlässlichkeit; all dies habe er in dieser Zeit gelebt und erlebt. „Unsere Wege trennen sich nun“, schloss er. 

„Ich werde in Nieheim meinen Dienst weiter fortsetzen. Für uns alle wünsche ich, dass wir in gutem Geist miteinander verbunden bleiben.“ Dass Nieheim einen guten Priester bekommt, das steht auch im „Abgangszeugnis“, das ihm von Pfarrer Andreas Schulte, Pastor Wilhelm Grothe, Vikar Tobias Kiene, Diakon Gerd Eisenberg und Gemeindereferentin Elke Luig ausgestellt wurde. 

Aus allen Gemeinden des Pastoralverbundes kamen Menschen, um Bischoff zu feiern und zu verabschieden.

Keine Fehlstunden, „stets bemüht“ im Fach Pünktlichkeit, „ausdrucksbegabt“ in Deutsch, „gut bewandert“ in Geschichte, „bodenständiger Glaube auf Augenhöhe“ in Religion, „begabt“ als Radsportler, Jogger, Wanderer und Bergsteiger im Fach Sport, „super kreativ“ in Kunst und Textilgestaltung – Jürgen Bischoff kann in Haupt- und Nebenfächern gute Noten vorweisen. Von der Frauengemeinschaft wurde ihm ein Messgewand übergeben, das letzte, das noch von einer vor mehreren Jahren aufgelösten Paramentengruppe angefertigt wurde. 

Die Schützenbruderschaft übergab Bischoff einen Schützenvogel.

Nach der Messe setzte sich ein Festzug in Bewegung, der vom Musikverein Amicitia Garbeck untermalt wurde. Am Ziel in der Schützenhalle nahm Bischoff Glückwünsche und Geschenke, darunter auch einen Schützenvogel von der Garbecker Schützenbruderschaft, entgegen. Der MGV dankte ihm mit einem von Ingo Mettken geschriebenen „Oh Herr, welch ein Jürgen“. 

Wehmut war dabei an diesem Feiertag, von dem auch Schwester Maria Damian und Cosmas Alule profitieren sollten: es waren Spendenboxen aufgestellt worden. „Lasst uns zünftig Geburtstag feiern“, lud Bischoff ein und fügte schmunzelnd hinzu: „So kennt Ihr mich.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare