Antrag auf Steuerbefreiung für Jagdhunde

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Vor der eigentlichen Versammlung fand auch in diesem Jahr wieder die Trophäenschau der heimischen Jäger statt.

Balve - Mit der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest stand ein sehr aktuelles und hochbrisantes Thema auf der Tagesordnung der Jahreshauptversammlung des Hegerings Balve, die am Samstag im Restaurant Zur Höhle stattfand.

Dr. Jobst Trappe, Kreisveterinär, lobte die „gut vorbereiteten Schweinezüchter“, die mit strengen Hygienevorschriften, darunter auch Wechselkleidung für die Ställe, alles Mögliche unternehmen würden, dass der Erreger nicht auf die Bestände übergreift. „Bisher hat die Seuche Deutschland noch nicht erreicht“, sagte er. 

Mit Blick auf die versammelte Jägerschaft betonte Trappe: „Jäger werden die Afrikanische Schweinepest aber nicht verhindern können.“ 

Bereits ein Tropfen Blut reiche aus zur Infektion eines Schweins; eine Impfung dagegen sei nicht möglich. Große Sorge mache auch, dass das Virus in Lebensmittel monatelang überleben könne. Hat sich ein Wildschwein mit der Afrikanischen Schweinepest angesteckt, dauere es in der Regel drei bis fünf Tage bis zum Ausbrechen. Der Krankheitsverlauf betrage vier bis neun Tage, ende immer tödlich. Diese Erfahrungen, so der Amtstierarzt, hätten Länder wie Italien und Portugal schon seit nunmehr 30 Jahren gemacht. So lange grassiert die Schweinepest in diesen europäischen Ländern bereits. 

„Abschuss von 70 Prozent ist irreal“ 

Im Falle eines Ausbruchs in Deutschland würde eine geringe Schwarzwild-Population das Seuchenmanagement erleichtern. „Denn kleine Bestände sorgen dafür, dass weniger Abwanderungen in andere Regionen stattfinden“, sagte Trappe. Wenn es tatsächlich zum Ernstfall komme – dabei wollte sich der Veterinär nicht darauf festlegen, wann dieser eintreffen werde – trete ein sogenannter „Standstill“, eine Jagdruhe für alle Tierarten, ein. 

Dass die Jäger in die Pflicht genommen würden, damit es nicht so weit kommt, fasste Stephan Honert so zusammen: „Vieles scheint möglich, doch der geplante Abschuss von 70 Prozent des Wildschweinbestandes ist irreal.“ Er riet zur Anpassung an örtliche Gegebenheiten und zur Zusammenarbeit mit anderen Revieren. 

An Balves Bürgermeister Hubertus Mühling hat Honert den Antrag gestellt, Jagdhunde künftig von der Hundesteuer zu befreien, weil diese entscheidend für den Jagderfolg seien. Bisher sei noch keine Antwort eingegangen, doch hofft der Hegeringsleiter, viele gute Argumente für eine positive Entscheidung geliefert zu haben. 

Im vergangenen Jahr wurden 275 Wildschweine (2016: 192) erlegt. Hinzu kommen 283 (322) Stück Rehwild, zwölf (neun) Hasen, 91 (133) Füchse, 22 (18) Dachse und 125 (89) Tauben sowie 49 (60) Krähen.

Dem Hegering Balve gehören 157 Mitglieder (plus zwei) an. 2700 Hektar jagdbare Fläche in 27 Revieren stehen zur Verfügung, von denen elf verpachtet sind. 16 sind Eigenjagden. Hegeringleiter ist Stephan Honert.

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