„Haus Schulte“steht für 119000 Euro zum Verkauf

VOLKRINGHAUSEN ▪ Am „Haus Schulte“ hängen für die Volkringhausener viele Erinnerungen. Jahrzehntelang probte der Männergesangverein Cäcilia in dem Gasthof an der Mendener Straße, der Karnevalsclub gründete sich hier und im Biergarten verbrachten Stammtische und andere Bewohner manche schöne Stunde. Von Annabell Niemand

Nachdem die Gaststätte schloss und das Gebäude 1994 verkauft wurde, wandelte sich das Bild. Das einst so prächtige Gebäude, das laut MGV-Chronik 1901 fertiggestellt wurde, verfiel zusehends. Heute sind Türen und Fenster der Ruine mit Brettern verschlossen, Teile des Daches eingestürzt. Auch die Feuerwehr war schon zu Gast. Deshalb verbindet der Ortsteil das Gebäude auch mit sehr viel Ärger.

Doch der könnte bald der Vergangenheit angehören, denn seit einigen Tagen prangt an dem Haus der Schriftzug „zu verkaufen“. Die angegebene Telefonnummer führt zu Architekt Ulrich Gottschalk aus Iserlohn-Letmathe, einem der vier Eigentümer. 119 000 Euro soll die 3300 Quadratmeter große Fläche kosten. Will ein Käufer die Fläche ohne Gebäude erwerben, kommen weitere 50 000 Euro für den Abriss hinzu. Ein entsprechendes Angebot liege der GmbH, der das Areal gehöre, laut Gottschalk vor.

Über die Wendung in Sachen „Haus Schulte“ freut sich Ortsvorsteher Hubertus Schweitzer. „Ganz Volkringhausen wäre froh und erleichtert, wenn der Verkauf glückt und der Schandfleck verschwinden würde“, sagt er. Jahrelang seien der Stadtverwaltung die Hände gebunden gewesen, weil das Gebäude an der Bundesstraße nicht als einsturzgefährdet eingestuft wurde. „Seit ich im Stadtrat sitze, beschäftigen wir uns mit der Frage ‚Was passiert mit der Ruine?‘“, erinnert sich der Ortsvorsteher. 2004 hatte der damalige Bürgermeister Manfred Rotermund bei einer Bürgerversammlung gesagt: „Uns macht der Zustand große Sorge. Doch wir haben noch kein Packende gefunden, den Eigentümer zu Investitionen zu bewegen.“ Seitdem hat sich die Situation natürlich nicht verbessert – im Gegenteil.

Seit über 15 Jahren ist das heruntergekommene Gebäude in Volkringhausen ein Thema. „Es ist eine absolute Zumutung für die Anlieger, aber auch für den ganzen Ort“, ärgert sich Hubertus Schweitzer. Es sei eine Ruine, die in einer sauerländischen Ortschaft mit Tourismus nichts zu suchen habe. Umso größer sind nun die Erwartungen des Ortsvorstehers: „Ich hoffe, dass ein Abriss oder eine Sanierung erfolgt.“ Bereits vor einigen Jahren habe es Planungen für Bauplätze gegeben, die sich aber „leider“ zerschlagen hätten.

„Ich habe einen Interessenten, der es retten möchte“, sagt Architekt Ulrich Gottschalk. Er kann sich aber auch neun Einzel- und Doppelhäuser auf dem Areal gut vorstellen. Einen entsprechenden Plan hat er bereits erstellt. Die Fläche sei zur Zeit erschließungskostenfrei. „Die aufgezeigte Bebauung ist durch Bauvoranfrage genehmigt worden.“ Er weist aber auch darauf hin: „Nach Auskunft der Stadtplanung dürfen hier auch nicht störende gewerbliche Betriebe ansiedeln.“ Entstehe ein Neubau, müsse der sich nur an die Bebauung der Umgebung anpassen.

Hubertus Schweitzer kündigte an, sich mit dem Verkäufer in Verbindung setzen zu wollen. Was auch passiere – die Volkringhausener werden froh sein. Die Hauptsache sei, es bleibe nicht, wie es ist.

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