Trotz Kritik der Opposition

Haus Mines: CDU drückt Namensänderung durch

Haus Mines bekommt einen neuen Namen. Die CDU setzte sich mit ihrem Antrag durch.
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Haus Mines bekommt einen neuen Namen. Die CDU setzte sich mit ihrem Antrag durch.

Das Haus Mines am Drostenplatz, in dem seit der abgeschlossenen Sanierung zu Beginn des Jahres unter anderem das Standesamt untergebracht ist, heißt jetzt „Bürgerhaus am Platze“.

Diese Entscheidung traf der Stadtrat in seiner Sitzung am Mittwochabend nach einer kontroversen Diskussion mit der absoluten Mehrheit der CDU.

Die Christdemokraten waren auch die Initiatoren der Namensänderung – für die sie sich am Mittwoch in der Schützenhalle in Volkringhausen einiges an Kritik von der Opposition anhören mussten. „Es ist schwierig, wenn im stillen Kämmerlein solch ein Name erdacht wird“, sagte Lorenz Schnadt, Fraktionsvorsitzender der Unabhängigen Wählergemeinschaft Balve (UWG).

CDU bittet Bürger um Vorschläge

Die CDU hatte von Ende Februar bis Ende März auf ihren Kanälen in den sozialen Netzwerken die Bürger nach Namensvorschlägen gefragt und auch im Stadtarchiv recherchiert. Dabei kam das „Bürgerhaus am Platze“ heraus. Cay Schmidt von der SPD stellte fest: „Eigentlich hätte die Verwaltung der Stadt damit beauftragt werden sollen, einen passenden Namen zu finden – dies ist keine transparente, nachvollziehbare Entscheidung.“ So sah es auch Sozialdemokrat Sven Paul, der darauf hinwies, dass nicht die Meinung aller Bürger erfasst wurde. „Dieses Meinungsbild hätte von der Stadt, nicht von einer Partei erstellt werden müssen.“

CDU sieht keinen familiären Bezug mehr

Die Christdemokraten hatten ihren Antrag auf Umbenennung von Haus Mines im Vorfeld der Sitzung mit dem mittlerweile fehlenden familiären Bezug erklärt. „Es gibt kein Haus Mines mehr“, sagte Balves Ortsvorsteher Matthias Streiter. Denn nachdem Haus Mines, 1830 erbaut und 1984 in die Denkmalliste der Stadt Balve aufgenommen, über viele Jahre die Familien Betten und Mines bewohnt hatten, stand die Immobilie in zentraler Lage mehr als zehn Jahre leer. Schließlich kaufte die Stadt das Haus und ließ es von September 2019 bis Februar 2021 für mehr als 500 000 Euro aufwendig sanieren und umbauen.

Anders sah all dies Balves Ortsvorsteher Matthias Streiter, der für die CDU im Stadtrat sitzt. „Wir haben mit dieser Namensfindung einen vernünftigen Schritt nach vorne gemacht.“ Denn Politik sei vor Ort gemacht, die Balver einbezogen worden. Viele gute Vorschläge seien eingegangen, wobei der Name „Bürgerhaus am Platze“ aus den Vorschlägen von zwei Zeitzeugen zusammengesetzt worden sei. „Andere Bürger konnten sich Traumschlösschen oder Haus der Tränen vorstellen“, gab Streiter bekannt, dass mit „Bürgerhaus am Platze“ durchaus eine wohlwollende Entscheidung getroffen würde.

UWG bringt Hauptschulgebäude ins Spiel

Keinen Erfolg hatte Heinrich Stüeken (UWG) mit seinem Vorschlag der Umbenennung in „Gute Stube am Drostenplatz“. Immerhin sei das Haus Mines die Gute Stube der Stadt gewesen. Und immerhin sei hier auch nur ein Raum für Trauungen oder Veranstaltungen nutzbar. „Wir können uns das Bürgerhaus für die Hauptschule aufsparen“, so Stüeken. Das Gebäude steht ab Sommer 2022, wenn die letzten Schüler die auslaufende Schule verlassen haben, bekanntlich leer. Über eine mögliche Folgenutzung wird derzeit diskutiert.

Mit 18 Stimmen drückte die CDU ihren Antrag auf Umbenennung von Haus Mines aber letztlich klar durch. Bei sieben Nein-Stimmen und fünf Enthaltungen der Opposition.

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