Hauptschullehrer geht in den Ruhestand

Strand statt Stundenpläne

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Rüdiger Schwarz – hier mit einem Teil seiner 7a – geht nach 43 Jahren als Lehrer an der Balver Hauptschule in den Ruhestand.

Balve/Langenholthausen - Immer große Ferien zu haben – für Rüdiger Schwarz trifft das in wenigen Tagen zu. Dann, gegen Ende des Schuljahres, wird der 65-Jährige in der Hauptschule in den Ruhestand verabschiedet.

Mit 43 Dienstjahren geht damit der dienstälteste Lehrer von Bord. „Ich bin hin- und hergerissen“, sagt er dazu, bald nicht mehr vor einer Klasse zu stehen. „Es ist schon ein komisches Gefühl, bald nichts mehr zu machen, denn ich bin gerne Lehrer gewesen.“

Es sei für ihn jetzt eben an der Zeit, aus dem Arbeitsleben auszuscheiden. Begonnen hat dies nach seinem Abitur in Bochum 1973 als Referendar an der Hauptschule in Halver. Sein Vater war Studienrat und habe ihm den Spaß an diesem Beruf vermittelt. Zuvor aber kam in der Lehrerausbildung „die stressigste Zeit meines Leben.“ Im Seminar in Lüdenscheid wurde er vorbereitet; dort wurden aber auch Freundschaften geschlossen, unter anderem mit Otmar Hermanns, die bis heute halten. 

Die berufliche Laufbahn hielt für Rüdiger Schwarz aber nach seinem zweiten Staatsexamen 1976 zunächst eine halbe Stelle für ein halbes Jahr an der Hauptschule in Iserlohn bereit, wo er portugiesische Kinder unterrichtete. 1977 wechselte er zur Hauptschule Duisburg-Mittelmeiderich, bis er im Sommer 1985 nach Neuenrade kam. Im August 1988 trat Schwarz seine letzte Lehrerstelle in Balve an, wohin er dem Neuenrader Schulleiter Dr. Hartmut Voigt gefolgt war.

„Man bleibt jung, wenn man an der Basis arbeitet“, fasst der Pädagoge, der Deutsch, Sport und Erdkunde unterrichtete, die Vorteile des Lehrerberufs zusammen. „Und inzwischen ist es auch so, dass Kinder und Jugendliche auf die richtige Bahn begleitet werden müssen, damit sie im Leben Fuß fassen können.“ Viele seien entwurzelt, vielen würden keine Werte mehr von den Eltern vermittelt. 

Sieben Jahre lang hat er an der Balver Schule das „Europaprojekt“ begleitet, viel Spaß macht ihm der Sport. Fußballmannschaften hat er betreut und Kreismeisterschaften ausgerichtet. Die Mädchen sind vor zehn Jahren mit ihm als Trainer Kreismeister geworden, die Jungen wurden einst Vize-Kreismeister. 

Sechs Klassen hat der Langenholthausener bis zum Abschluss geleitet. Die 7a wird er im Sommer an einen neuen Kollegen abgeben. Nach den Ferien werden für die ebenfalls ausscheidenden Susanne Bomm und Dieter Runte, die beide mit 63 Jahren in den Vorruhestand gehen, zwei neue Lehrer eingestellt. In den vergangenen Wochen ist bereits ein neuer Hauptschullehrer dazugekommen, so dass diese weiterführende Schule personell gut aufgestellt bleibt. 

Mit Stundenplänen, Konferenzen und Elternsprechtagen hat Rüdiger Schwarz bald nichts mehr zu tun. „Erst einmal kein Termindruck“, sagt er. Seinen Sommerurlaub wird in seinem Haus an der Costa Brava verbringen. Danach macht er wieder mit bei der Dritte-Welt-Gruppe, und auch die Flüchtlingsarbeit interessiert ihn.

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