Hauptschüler experimentieren im Info-Bus

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Im Infobus konnten die Hauptschüler erfahren, welche beruflichen Perspektiven die Metall- und Elektroindustrie zu bieten hat.

BALVE ▪ Das Infomobil der Metall- und Elektroindustrie hat am Mittwoch an der Hauptschule Balve Station gemacht. In dem 18 Meter langen Bus konnten die Schüler der achten Klassen gruppenweise alles Wichtige über die Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten der heimischen Industrie erfahren.

Werkzeugmaschinen und das Modell einer pneumatischen Fertigungsanlage vermittelten beispielsweise berufspraktische Einblicke. Am Multimedia-Terminal faszinierten virtuelle technische Experimente zu Mechanik, Elektrotechnik, Hydraulik sowie Antriebs- und Steuerungstechnik.

Organisiert worden war der Besuch des Infomobils des Märkischen Arbeitgeberverbands an der Hauptschule vom schuleigenen Berufsorientierungsbüro (BOB). Die Infomobil-Berater Frank Schütte und Uwe Lehmacher stellten sich den Fragen der Jugendlichen und gaben Tipps für die richtige Bewerbung. Besonderes Interesse zeigten auch die Mädchen. „Mädchen werden in den Berufen der Metall- und Elektroindustrie vor allem als qualifizierte Fachkräfte gesucht“, berichtete Uwe Lehmacher. Doch rund 75 Prozent der Schulabgängerinnen entschieden sich noch immer für einen typischen Frauenberuf. „Darum gibt es im Infomobil extra Tipps für Mädchen“, so Lehmacher. Nach dem Motto, „Was Jungs können, können Mädchen auch“, müsse den Mädchen die Lust auf einen technischen Beruf vermittelt werden. Es gehe nicht überall um Körperkraft, vielfach sei einfach nur Köpfchen gefragt, sagte der Mitarbeiter. Durch den Einzug der Computer-Technik in die Werkshallen seien die Berufe anspruchsvoller, aber auch interessanter geworden.

Das Info-Mobil bot den Hauptschülern eine gute Gelegenheit, sich über die Ausbildungsmöglichkeiten in der Metall- und Elektroindustrie zu informieren.

Dass sich der Fachkräftemangel in Deutschland insgesamt zuspitze, mache die Aufgabe des Infomobils noch bedeutungsvoller. Im Blick seien vor allem die Hauptschüler, denn die Unternehmen bevorzugten für Ausbildungsberufe zu Facharbeitern größtenteils Schulabgänger mit einem mittleren Abschluss, betonte Frank Schütte. Um einen Ausbildungsplatz in der Metall- und Elektroindustrie zu bekommen, sollte ein Bewerber zumindest befriedigende Leistungen in den Hauptfächern vorwiesen können. Besonderer Wert wird auf gute Noten in Mathematik und in den Naturwissenschaften gelegt. Aber auch Deutsch und für einige Berufe Englisch sind ebenfalls wichtig. Ein besonderes Augenmerk legen die Ausbildungsbetriebe auf regelmäßige Anwesenheit. Insbesondere unentschuldigte Fehlstunden lassen auf Unzuverlässigkeit des Bewerbers schließen und verschlechtern seine Chancen. Eine gute Orientierung für Arbeitgeber seien Praktika, um festzustellen, ob sich die Schüler für einen bestimmten Beruf eignen, sagte Schütte.

„Die Wirtschaft ist in Bewegung. Einfache Arbeitsschritte brechen weg, es bleiben anspruchsvolle Tätigkeiten. Vielen Hauptschülern gelingt über die Kopplung des dualen Ausbildungssystems die Qualifizierung“, erläuterte Schütte und zeigte auf, dass zweierlei Interessen angegangen werden: „Wir versuchen, die jungen Leute zu überzeugen, sich möglichst früh zu qualifizieren, um einem Fachkräftemangel vorzubeugen.“ Eine Möglichkeit zur Qualifizierung sei eine zweijährige Ausbildung, wie beispielsweise die Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer. Diese könne bei Eignung auf dreieinhalb Jahre erweitert werden. „Damit hat man eine solide Ausbildung“, betonte Frank Schütte. „Wenn die Schüler beherzigen, dass sie in sich selbst investieren müssen, dann ist das eine positive Perspektive.“ ▪ uba

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