Handgemachte Kultmusik beim Musikverein Balve

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Das Hauptorchester und das Jugendorchester des Musikvereins spielten am Samstagabend beim Frühlingskonzert in Balve.

Balve - Jakob Ostmann (13) hatte es sehr eilig am Samstag, denn fast zeitgleich zum Auftritt des Jugendorchesters beim Frühlingskonzert des Musikvereins Balve in der Aula der Realschule stand der Sprecher des Jugendorchesters noch beim Gruppenfoto nach der Firmung in Langenholthausen am Altar.

Wenig später saß er im weißen Hemd mit blauer Fliege (Zeit zum Umziehen blieb nicht mehr) am Bariton auf der Bühne. Pünktlich war er dabei zu „Queen in Concert“; dabei ließ Dirigent Christoph Goeke noch genügend Zeit, sich einzustimmen. Danach fielen Aufregung und Lampenfieber sowohl von Jakob, als auch von allen 25 jungen Musikern ab, sie ließen die Musik von „Queen“ lebendig werden.

Anschließend plauderte Moderator Meinolf Preuß-König mit dem 13-Jährigen über das Jugendorchester. Jakob berichtete vom guten Zusammenhalt der Gruppe, aber auch den Orchesterproben daheim. „Es könnten allerdings mehr sein“, gab Jakob schmunzelnd zu. Damit traf er voll ins Schwarze bei seinen Orchesterkollegen, die ebenso wie das Publikum über diesen Kommentar lachten. 

Beethoven und Shostakovich

Doch bei aller Leichtigkeit, die in diesem Konzert im Jugend- und Hauptorchester spürbar war, wurde vom ersten Ton an deutlich: Der Musikverein ist auf dem besten Weg, sich in der konzertanen Musik einen Namen zu machen. Ob Beethoven 5. Sinfonie, Florentiner Marsch (Julius Fucik) oder Festiv Ouvertüre von Dmitri Shostakovich, der Konzertauftakt von den 45 Musikern im Hauptorchester mit diesen drei Stücken wies darauf hin, dass die einzelnen Register noch besser als im vergangenen Jahr aufeinander abgestimmt sind und dass das Orchester auch als Ganzes eine noch stimmigere Einheit bot. Auch der Auftritt des Jugendorchesters, das nach „Queen“ die Noten von Beethovens Ode an die Freude auflegte und auch den Geschwindmarsch (Johann Strauß Vater) spielte, hatte Qualität. 

Christoph Goeke hatte an diesem Abend gut zu tun, leitete er doch beide Orchester, die im modernen Schwarz auf der Bühne saßen, die mit dem Balver Stadtwappen, einer Lichterkette und Schallplatten dekoriert war. 

Preuß-König erneut Moderator

Für Meinolf Preuß-König als Moderator hatte sich der Musikverein nach 2018 auch für dieses Jahr wieder entschieden. „Er hat uns im vergangenen Jahr sehr gut gefallen“, sagte Tobias Platte, Zweiter Vorsitzender. „Unsere Orchestermitglieder, die in den Jahren zuvor moderiert hatten, haben so wieder mehr Zeit für das Spiel, müssen sich nicht auf die Ansage der Stücke konzentrieren.“ Auch diesmal zeigte sich, dass dieser Schritt der richtige war, denn der Mann am Mikrofon führte souverän durch den Abend, der im ersten Teil von klassischer, im zweiten Teil von moderner Musik mit dem Hauptorchester bestimmt wurde. 

So war es beim „Saxpack“, einem Stück für Alt- und Sopran-Saxofon, das von Chiara Heinzel (22) gespielt wurde. Inhaltlich ging es bei diesem von Otto Schwarz komponierten Werk um eine Verfolgungsjagd durch Wien bis hin zu einer Ballade, bei der Wien bei Nacht vorgestellt wurde. Viel Beifall bekam die junge Solistin für ihre Darbietung. Auch die Freunde der Filmmusik kamen bei Robin Hood auf ihre Kosten. Ebenso im weiteren Verlauf alle, die Arrangements rund um die Musik von Phil Collins und Freddie Mercury mit „Symphnoc Rock“ und von John Lennon und Paul McCartneys „Hey Jude“ mochten. 

Preuß-König wies immer wieder auf das Besondere an diesem Konzert hin: „Hier hören Sie Kultmusik, und die ist handgemacht.“ Honoriert wurde dies am Schluss mit stehendem Beifall, dem noch eine Zugabe folgte.

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