Gutachten liegt vor: Krankenhaus soll schließen

BALVE ▪ Das Balver Krankenhaus soll geschlossen werden – das ist zumindest die Empfehlung der Firma Admed, die im Auftrag der Hospitalvereinigung ein Gutachten erstellt hat. Dessen Inhalte wurden im Elisabeth-Hospital in Iserlohn der Öffentlichkeit vorgestellt.

Im Vorfeld der Pressekonferenz wurden die Mitarbeiter des St. Marien-Hospitals bezüglich der neuen Entwicklungen in Kenntnis gesetzt. Dann erläuterte Krankenhaus-Geschäftsführer Thomas Wülle den Inhalte der Expertise. Demnach ist das St. Marien-Hospital wirtschaftlich nicht tragbar. Das beauftragte Unternehmen habe für den Standort Balve verschiedene Szenarien erstellt und geprüft. Dabei seien auch verschiedene Fachrichtungen und Strukturen einbezogen worden, wie zum Beispiel Rheumatologie oder Geriatrie.

Unterm Strich könne aber auch eine Spezialisierung das Haus nicht retten. Die wirtschaftliche Fortführung des Standortes Balve sei in keinem der untersuchten Szenarien möglich, hieß es. Prognostizierte Verluste könnten lediglich reduziert werden. Eine Quersubvention durch die anderen Standorte gefährde in der heutigen wirtschaftlichen Situation jedoch die gesamte Klinik-Gesellschaft. Der Gutachter empfehle folglich die Schließung des Balver Hauses, um eine Gesamtgefährdung des Unternehmens abzuwenden.

Das letzte Wort sei damit aber noch nicht gesprochen, erklärte Wülle. Der Träger der Katholischen Kliniken im Märkischen Kreis werde nun „in einer der Situation angemessenen Zeit“ über die Empfehlung des Gutachters beraten. Letzlich müssten dann der Verwaltungsrat der Hospitalvereinigung und die Gesellschafterversammlung über die Zukunft des Balver Krankenhauses entscheiden. Einen Zeitplan gebe es allerdings noch nicht, bisher seien die nächsten Sitzungen der Gremien noch nicht terminiert.

Am Rande der Pressekonferenz erklärte Wülle die Mitarbeiter des Krankenhauses seien „sehr betroffen“. Allerdings sei das Ergebnis des Gutachtens vermutlich für sie nicht neu. In den kommenden Wochen werde es nun auch darum gehen, möglichst viele der rund 100 Mitarbeiter auf die anderen Häuser in Menden und Iserlohn zu verteilen. Zeil sei es, so wenig Entlassungen wie möglich vorzunehmen.

Der Bürgermeister der Stadt Balve, Hubertus Mühling, war gestern Abend für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Bezüglich der Wirtschaftlichkeit der Abteilung Gynokologie/Geburtshilfe im St. Vincenz-Krankenhaus Menden mahnte der Gutachter strukturelle Änderungen an. Diese könnten vielfältig sein und von der Schließung des Bereichs Geburtshilfe über die Schließung der gesamten Abteilung bis hin zur Fortführung der Abteilung – bei deutlicher Steigerung der Fallzahlen – reichen. ▪ cwi

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare