Grundschule Langenholthausen vor dem Verbund mit Balve?

Weiter ist die Zukunft der Grundschule Langenholthausen ungewiss. ▪

LANGENHOLTHAUSEN ▪ Noch vor wenigen Wochen galt die Grundschule Langenholthausen als gerettet. Denn die Mehrheitsfraktion im Stadtrat, die CDU, hatte sich am 9. Mai für den Erhalt des Schulstandorts ausgesprochen – solange die Mindestklassenstärke von 18 Schülern erreicht wird.  Von Annabell Niemand

Jetzt aber haben die Parteien in Ausschuss und Rat offenbar nicht mehr die Möglichkeit, über die Selbstständigkeit der Schule zu bestimmen.Sie können nur noch zwischen Schließung und Verbundschule wählen. Das zumindest geht aus der Sachdarstellung der Verwaltung für die Schulausschusssitzung am kommenden Mittwoch hervor. Der Beschlussvorschlag der Verwaltung sieht eine Dependance-Lösung ab Mitte 2012 vor, bei der die Grundschule St. Johannes Balve die Stammschule wird.

Auch der Beschlussvorschlag macht eine Einschränkung: Werde die notwendige Klassenstärke in den Folgejahren nicht erreicht, werde der Teilstandort aufgelöst.

In der Darstellung der Verwaltung heißt es, dass es aufgrund neu berechneter Schülerzahlprognosen Gespräche zwischen Schulträger, oberer und unterer Schulaufsicht gegeben habe. Eine schriftliche Stellungnahme der Schulamtsdirektorin Annette Heinz – sie sei mit der Bezirksregierung abgestimmt – besagt, dass die Schließung der Grundschule Langenholthausen aus schulfachlicher Sicht sinnvoll sei. „Wenn eine Schließung nicht infrage kommt, ist schulrechtlich (...) nur ein Verbund zwischen der Grundschule Balve und der Grundschule Langenholthausen möglich“, heißt es weiter.

Zudem könne die Schulleiterstelle von Engelbert Falke, der 2012 in den Ruhestand geht, aus „rechtlichen Gründen“ nicht ausgeschrieben werden, da laut Schülerzahlprognosen der Bestand der Schule nicht gesichert sei. Auch eine kommissarische Leitung der Grundschule sei nicht möglich.

Dass nur Variante A oder B infrage kommt, kann der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Guido Grote nicht so recht glauben. „Wenn es nach mir geht, würde ich die Beschlussvorlage zurückweisen“, sagte er. Das  Argument, die Schulleiterstelle könne aufgrund der Schülerzahlprognosen nicht ausgeschrieben werden, will er nicht gelten lassen. Zum einen werde die nötige Klassenstärke noch erreicht, zum anderen seien die Prognosen bislang immer übertroffen worden. Grote plädiert nach wie vor für einen eigenständigen Schulstandort.

Auch Parteikollegen wie Fraktionssprecher Alexander Schulte und Johannes Schulte, CDU-Sprecher im Schulausschuss, zeigten sich gestern skeptisch. Am Dienstagabend werde sich die Fraktion mit dem Beschlussvorschlag auseinandersetzen.

In der SPD gibt es laut des Fraktionsvorsitzenden Cay Schmidt keine einheitliche Meinung. „Wir werden freistellen, wie abgestimmt wird.“ Allerdings glaubt er, dass jetzt eine „Neubewertung“ erforderlich ist. „Wir müssen uns fragen, was für den Erhalt der Grundschule als Teilstandort spricht.“

Der Ausschussvorsitzende Lorenz Schnadt (UWG) sagte: „Mehr ist realistisch nicht mehr drin. Wir könnten mit dem Beschluss gut leben. Er entspricht unseren Vorstellungen und denen der beteiligten Gremien.“

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