Grundschule Langenholthausen droht das Aus

LANGENHOLTHAUSEN ▪ Bereits im Sommer könnten an der Grundschule Langenholthausen die letzten Erstklässler eingeschult werden. Ob die Mädchen und Jungen dann aber auch die ersten vier Jahre in dem Stadtteil unterrichtet werden, ist mehr als ungewiss. Die Schule ist von der Schließung bedroht.

Fachbereichsleiter Michael Bathe erklärt, dass der Schulentwicklungsplan die Überlegung für eine Schließung der Bildungseinrichtung nahe legt. „Die Schülerzahl nimmt ab. Das ist nicht nur in Balve so. Der demografische Wandel ist in vielen Städten spürbar.“ Für das Jahr 2014/15 geht die Prognose von 16 ABC-Schützen aus – elf aus Langenholthausen und fünf aus Mellen. „Dann geht die Prognosezahl rapide nach unten. 2015/16 sind es nur noch zehn Schüler – vier aus Langenholthausen, vier aus Mellen und zwei aus Balve-Süd.“ Für eine Klasse werden aber mindestens 18 i-Männchen benötigt.

Michael Bathe räumt ein, dass die tatsächlichen Zahlen oft eine andere Sprache sprechen. „Für das Jahr 2011/12 waren 20 Schüler prognostiziert. Tatsächlich hat die Schule aber 26 Anmeldungen.“ Der Elternwille spiele eine wichtige Rolle. Ein Pluspunkt für den Schulstandort Langenholthausen: die integrative Beschulung.

Dennoch habe Schulamtsdirektorin Annette Heinz in einer „schulfachlichen Stellungnahme“ angeregt, über eine Schulschließung nachzudenken. Laut Bathe hat sie zwei Alternativen aufgezeigt. Variante A: Der Rat der Stadt beschließt, die Schule 2012/13 zu schließen. Zu diesem Zeitpunkt geht auch Schulleiter Engelbert Falke in den Ruhestand. Die Kinder werden von da an in der Grundschule Balve unterrichtet. Variante B: Ab 2012/13 wird für zwei Jahre eine Verbundschule eingerichtet. Der Schulstandort Langenholthausen bleibt vorerst bestehen und wird bis zur Schließung leiterisch von der Grundschule Balve betreut.

Laut Bathe empfiehlt die Schulamtsdirektorin die Schließung. „Wir liefern nur die Fakten, die Politik muss entscheiden“, sagt der Fachbereichsleiter. „Ich will noch nicht davon sprechen, dass die Schule dicht gemacht wird.“

Das wollen auch viele andere nicht. Der Schulpflegschaftsvorsitzende Andreas Giesen: „Wir setzten uns natürlich für den Erhalt der Schule ein. Das versteht sich von selbst.“ In den nächsten Tagen und Wochen werde er mit den anderen Mitgliedern das weitere Vorgehen besprechen. Ob es einen Rettungsanker gibt, kann er nicht sagen. „Wir hängen ohne Infos in der Luft. Noch kenne ich kaum Hintergründe.“ Von den Schülern weiß er, dass sie zeigen wollen – zum Beispiel mit einer Demonstration vor dem Rathaus –, dass sie mit den Plänen nicht einverstanden sind.

Um die Mädchen und Jungen kümmerte sich in den vergangenen Tagen das Lehrerkollegium der Grundschule. Schulleiter Engelbert Falke sagt: „Wir haben die Kinder erstmal beruhigt.“ Zur Schulschließung will er momentan nur so viel sagen: „Es wird alles mögliche unternommen, um den Schulstandort zu retten.“

In den anderen Stadtteilen, so Michael Bathe, sehen die Schülerzahlen besser aus. Gerade in Balve und Garbeck seien Schulschließungen deshalb kein Thema. Ausnahme Beckum: „In den Folgejahren werden die Schülerzahlen auch da nach unten gehen. Irgendwann müssen wir uns auch dort mit dem Thema beschäftigen.“ ▪ acn

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