Konzept der Prävention und Repression

Großkontrolle: Polizei nimmt Motorradfahrer ins Visier

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Die Polizisten informierten die Biker unter anderem über Fahrweise, Strecke und Ausrüstung.

Hönnetal – In diesem Jahr verunglückten bereits 64 Motorradfahrer im Märkischen Kreis, 20 wurden schwer, 44 leicht verletzt. „Ganz langsam gehen die Zahlen nach unten“, berichtete der Leiter der Verkehrsunfallprävention, Andreas Filthaut, am Sonntag.

Er und seine Kollegen kamen mit Motorradfahrern in Öberrödinghausen ins Gespräch: „Corona ist es geschuldet, dass wir unsere Großkontrolle nicht im Frühjahr, sondern erst jetzt veranstalten dürfen.“ Im inzwischen dritten Jahr findet diese statt, dieses Mal in Oberrödinghausen. „Wir halten jeden Motorradfahrer in Fahrtrichtung Balve an“, sagte Filthaut. Und dies in der Zeit von 12 bis 19 Uhr, „der Hauptunfallzeit“. 

Die Polizisten sprachen mit den Bikern über Fahrweise, Strecke und Ausrüstung. Eine Lederkombination sei auf jeden Fall hilfreicher als Jeans und ein T-Shirt, bekamen junge Fahrer aus dem Raum Unna gesagt, die sich gerne informieren ließen. „Wir wollen, dass Sie alle gesund wieder nach Hause kommen“, sagte Filthaut. 

Sauerland ist ein "Krad-Hotspot"

„Das Sauerland ist ein Krad-Hotspot“, so Filthaut, selbst Motorradfahrer. Die Nordhelle, der Kohlberg und die Sorpe gehören dazu. „Der Sauerländer kennt diese Strecken, weiß um den Zustand der Straßen und die Straßenführung, bei der es bergauf und bergab geht.“ Die Auswärtigen dagegen kannten all dies nicht. So kommen laut Filthaut mehr als 60 Prozent der Unfallverursacher auf zwei Rädern nicht aus der heimischen Region. 

Filthaut und seine Kollegen raten in den Gesprächen immer wieder zu Fahrsicherheitstrainings. „Wenn ich Skifahren lerne und nach einem Grundkurs direkt auf die schwarze Piste gehe, ist das Ende vorprogrammiert. Wenn ich zum Beispiel als 48-jähriger Fahranfänger oder nach vielen Jahren Wiedereinsteiger eine 140 PS starke Maschine kaufe und Vollgas gebe ebenfalls – ich sehe in diesen Vergleichen keinen Unterschied.“ 

Fähigkeiten trainieren

Ziel der Kontrolle sei es daher, die Fahrer dazu zu bewegen, ihre Fähigkeiten immer wieder zu trainieren. All dies nahmen die Biker mit auf ihren Weg. Dort waren im Hönnetal, Volkringhauen, Beckum und Langenholthausen Geschwindigkeitskontrollen installiert worden. „Prävention und Repression“, fasste Andreas Filthaut das Konzept zusammen. „Wir möchten gerne die Möglichkeit der Überzeugung durch das Gespräch nutzen.“ 

Wer sich nicht daran hielt, wurde geblitzt. Dann wurde es teuer: „Jeder Motorradfahrer, der von uns angehalten wird, wird mit Uhrzeit und Kennzeichen erfasst. Jedes geblitzte Kennzeichen wird abgeglichen. Übereinstimmungen werden dann nicht mehr als Fahrlässigkeit, sondern als Vorsatz geahndet“, erklärte Filthaut. Und das bedeute, dass das Buß- oder Verwarngeld deutlich höher ausfalle. 

Mit 117 km/h durch Beckum

Insgesamt kontrollierten die Beamten an den verschiedenen Stellen die Geschwindigkeit von mehr als 6200 Autos und Motorrädern. In Beckum wurde ein Biker aus Witten mit 83 statt der erlaubten 50 km/h gemessen (100 Euro Bußgeld, ein Punkt, ein Monat Fahrverbot). 

Geschwindigkeitsspitzenreiter des Tages war – auch an dieser Kontrollstelle – jedoch ein Porsche-Fahrer aus dem Märkischen Kreis, der innerorts auf der Arnsberger Straße ein Auto überholte und mit 117 km/h gemessen wurde. Nach dem Anhalten räumte er sein Fehlverhalten unverzüglich ein. In der Folge erwarten ihn mindestens ein Bußgeld in Höhe von 480 Euro, zwei Punkte und drei Monate Fahrverbot.

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