Balver Ärzte kritisieren die Politik

Grippeschutz-Impftag fällt aus: Das ist der Grund

Der Grippeimpfstoff ist knapp, deshalb mussten die Balver Hausärzte jetzt handeln.
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Der Grippeimpfstoff ist knapp, deshalb mussten die Balver Hausärzte jetzt handeln.

Der von den Balver Hausarztpraxen im vergangenen Jahr erstmals erfolgreich durchgeführte Impftag für den Grippeschutz sollte auch am kommenden Samstag, 7. November, wieder stattfinden.

Am Mittwoch erfolgte jedoch die kurzfristige Absage, weil es laut Mitteilung der Balver Hausärzte nicht möglich war, die hierfür erforderlichen zusätzlichen Impfdosen zu erhalten.

„Und dies trotz intensiver Bemühungen aller Praxen sowie der heimischen und auswärtiger Apotheken“, erklärte Dr. Gregor Schmitz stellvertretend für die Balve Hausärzteschaft. Schmitz zeigte sich verärgert über die Absage und übte deutliche Kritik an der Politik: „Uns allen ist nicht bekannt, wo die Millionen von Impfdosen sind, die uns die politischen Entscheidungsträger zugesagt haben. Auch die Aufforderung des Gesundheitsministers Jens Spahn, dass sich jede und jeder gegen Grippe impfen lassen soll, entspricht nicht den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission und hat zur jetzigen Situation entscheidend beigetragen.“

Impfungen nur noch gezielt für Risikogruppen

Die in den Praxen noch vorrätigen Impfdosen könnten nur noch gezielt für Patienten verwendet werden, die zu einer Risikogruppe gehören. Andere Patienten könnten erst geimpft werden, wenn wieder Impfstoff vorhanden sei. Hierzu sollen in den Praxen individuelle Wartelisten angelegt werden.

In der gynäkologischen Praxis Richter haben Patientinnen mit einer Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission laut der Mitteilung bereits einen Termin zur Impfung für Samstag bekommen. „Diese werden gebeten sich noch einmal mit der Praxis in Verbindung zu setzen, um einen neuen Termin zu erhalten“, sagt Schmidt.

Wird nur noch der Mangel verwaltet?

„Wir bedauern es außerordentlich, dass wir in einem Land mit einer ausgezeichneten medizinischen Infrastruktur inzwischen zu Verwaltern des Mangels geworden sind“, heißt es im Schlussstatement des Mediziners.

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