Streitthema Kinder

Grippeimpfung: Balver Ärzte widersprechen Gesundheitsminister Spahn

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Balve – In einer gemeinsamen Mitteilung sprechen sich die Balver Hausarztpraxen Dr. Paul Stüeken, Dr. Gregor Schmitz und die gynäkologische Facharztpraxis Gabriele Richter gegen die Forderung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) aus, in diesem Herbst aufgrund der Corona-Pandemielage möglichst viele Kinder gegen Influenza zu impfen.

„Diese Empfehlung ist nicht durch die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission gedeckt“, heißt es in der Mitteilung. Bei Umsetzung dieser Empfehlung reiche der jetzt schon knappe Impfstoff selbst für die Risikogruppen nicht aus. „Hinzu kommt, dass Kinder bis zum neunten Lebensjahr, die erstmals gegen Influenza geimpft werden, zwei Impfungen in vier Wochen benötigen, um einen wirksamen Schutz aufzubauen. Dies führt zu einer noch weiteren Verknappung der vorhandenen Impfdosen“, schreiben die heimischen Mediziner. 

Bundesweit stehen 25 Millionen Impfdosen zur Verfügung. Allein für die vollständige Umsetzung der Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) wären etwa 40 Millionen Dosen Influenza-Impfstoff notwendig. Diese Empfehlung sieht vor, unter anderem alle Personen ab 60 Jahren, Schwangere und chronisch Kranke zu impfen. 

Etwa 2000 Dosen für Balve

Die heimischen Praxen haben etwa 2000 Impfdosen vorbestellt. und dies bereits vor Monaten. Denn: „Die niedergelassenen Ärzte müssen bereits im Frühjahr festlegen, wie viele Impfdosen sie vorausschlich benötigen. Bestellen sie zu viele, verfallen sie am Ende der Saison und die Ärzte können für die nicht verbrauchten Impfdosen, die Kosten liegen etwa bei 13 Euro je Impfdosis, in Regress genommen werden. Bestellen sie zu wenig, fehlen regional die Impfungen“, heißt es in der Mitteilung weiterhin. 

Mit den Grippeimpfungen wird in den heimischen Praxen nicht vor Oktober begonnen. Auch einen gemeinsamen Impfsamstag soll es wieder geben. Termin ist der 7. November. „Da die Grippewelle erfahrungsgemäß erst sehr spät im Jahr beziehungsweise zu Beginn des neuen Jahres auftritt, sollte die Impfung nicht zu früh erfolgen, da die Schutzwirkung mit der Dauer nachlässt. Der optimale Impfzeitpunkt beginnt etwa in der 2. Oktoberhälfte. Die Stiko sieht gegenwärtig keine Gründe, in diesem Jahr besonders frühzeitig mit der Influenzaimpfung zu beginnen“, teilen die heimischen Ärzte mit.

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