Grabstein auf Schulhof in Balve gefunden

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Dieser Grabstein wurde jüngst bei den Arbeiten zur Neugestaltung des Schulhofs der Balver Grundschule gefunden.

Balve - Was beim Umbau des Schulhofs der Balver Grundschule zu Tage kam, ließ bei den Arbeitern und Anwohnern den Atem stocken

„Hier ruht in Gott Johanna Vedder aus Mellen, geb. 27. August 1896, gest. 24. August 1909, R.I.P.“ war auf einem Grabstein zu lesen. Warum und wieso dieser Gedenkstein dort vergraben worden war, darauf wusste Rudolf Rath, Pfarrarchivpfleger, eine Antwort. 

„Für den Aufbau und die Festigung des Untergrundes dieses Schulgeländes wurden die restlichen Grabsteine wie auch Grabeinfassungen des alten Friedhofs in den Boden eingebaut“, sagte Rath im Gespräch mit unserer Zeitung. 

Intensiv im Archiv geforscht 

Rudolf Rath hat intensiv im Archiv der St.-Blasius-Gemeinde nachgeforscht und liefert die Hintergründe gleich mit: „Das Begräbnis fand laut Grabstein im Jahr 1909 auf dem Balver Friedhof statt. Der Mellener Friedhof wurde nämlich erst in den 20-er-Jahren des 20. Jahrhunderts angelegt, deshalb erfolgten bis dahin die Beerdigungen aus Mellen in Balve.“ 

Der Balver Friedhof sei schon Mitte des 19. Jahrhunderts hinter dem St.-Marien-Hospital Richtung Süden, also Richtung Balve-Süd (heutiges Schwesternheim mit Park) angelegt worden. „Der Platz reichte nicht sehr lange: Eine südliche Erweiterung dieses ersten Friedhofteils erfolgte schon nach einigen Jahrzehnten“, erzählte er weiter. Anfang der 1960er-Jahre wurde der ursprüngliche erste Friedhofsabschnitt eingeebnet. Dort entstand 1962 das neue Schwesternheim mit den Wohnungen für Krankenschwestern; das waren ursprünglich Vincentinerinnen, also Ordensschwestern. 

Vorher gab es auf Wunsch Umbettungen, und die Angehörigen der auf dem Gelände bestatteten Verstorbenen erhielten die Möglichkeit, Grabsteine und anderes zu übernehmen – was allerdings zu etlichen Protesten einiger Familien führte.“ 

Schule wurde 1963 bezogen 

Zur gleichen Zeit wurde hinter der Pfarrkirche (Brucknerweg) eine neue Schule gebaut, die Katholische Volksschule, die 1963 bezogen wurde. Im Jahr 1968 wurde sie Gemeinschaftshauptschule, später die Grundschule, dort fand der Grabstein seine letzte Ruhestätte.

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