Nach Empfehlung der Landeskirche

Gottesdienste an Weihnachten: So hat die Evangelische Kirchengemeinde Balve entschieden

Die evangelische Kirche in Balve. Ob hier an Weihnachten Gottesdienste stattfinden, ist weiterhin nicht entschieden.
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Die evangelische Kirche in Balve. Ob hier an Weihnachten Gottesdienste stattfinden, ist weiterhin nicht entschieden.

Die Evangelische Kirchengemeinde Balve hat entschieden, dass sie jetzt noch keine Entscheidung treffen kann, ob die Präsenzgottesdienste an Weihnachten stattfinden.

Darüber soll nun am Sonntagabend und damit erst am 20. Dezember nochmals beraten werden. Das teilten die Verantwortlichen am Donnerstag mit, nachdem sich am Abend zuvor die Mitglieder des Presbyteriums ausgetauscht hatten. Bis zum vierten Advent geht die Hängepartie damit also weiter.

In die Diskussion um Präsenzgottesdienste an Weihnachten war eine große Dynamik gekommen, nachdem die Evangelische Landeskirche von Westfalen (EkvW) ihren Pfarreien in dieser Woche coronabedingt zum Verzicht auf öffentliche Veranstaltungen – Weihnachtsgottesdienste eingeschlossen – geraten hatte.

Entscheidung treffen die Presbyterien vor Ort

Auf diesen Brief der Präses Annette Kurschus verweist auch die evangelische Gemeinde in Balve, zugleich aber allerdings auch darauf, dass die Entscheidungsträger die Presbyterien der Kirchengemeinden vor Ort seien. In Balve habe sich dieses Gremium intensiv mit dem Thema befasst.

„Die Empfehlung zur Absage der Weihnachtsgottesdienste sprechen von 20 evangelischen Landeskirchen und 27 katholischen Bistümern nur zwei aus: Westfalen und Lippe“, heißt es in einer Mitteilung der Gemeinde. Selbst die benachbarte Kirche im Rheinland empfehle Präsenzgottesdienste mit einem gutem Hygienekonzept. In Bayern bitte die Landesregierung die Kirchen, das Weihnachtsfest in Gottesdiensten mit ihrem erprobten Schutzkonzept gebührend zu begehen.

Balver Gemeinde in einer Sondersituation?

Für die Balver Gemeinde sieht das Presbyterium zudem eine Sondersituation. Man befinde sich in einer Tal-Lage mit relativ wenigen Infektionen sowie Gottesdienstbesuchern, die sich in der kleinen Gemeinde gut in das „strenge Schutzkonzept“ eingeübt hätten. In Balve gab es nach Angaben des Märkischen Kreises zuletzt 22 aktuelle Corona-Fälle, zudem befanden sich 81 weitere Hönnestädter als Kontaktpersonen in Quarantäne.

„Es ist ein Akt der Nächstenliebe, die Gottesdienste aus Solidarität abzusagen. Es ist aber auch ein Akt der Nächstenliebe, sie aus Seelsorgegründen anzubieten“, sagte Pfarrerin Antje Kastens. Für beide Überzeugungen gebe es gute Argumente. „Wir sind in einem Dilemma und können es eigentlich, wie auch immer, nur falsch machen“, gab Antje Kastens das Stimmungsbild im Presbyterium wieder.

Lage soll weiter beobachtet werden

Das Gremium habe deshalb festgelegt, die Lage bis zum 20. Dezember weiter beobachten zu wollen. „Diese Bedenkzeit ist dank sehr guter Vorarbeit möglich. Sie könnte helfen, angemessen zu entscheiden“, so Kastens.

Im Vorfeld der Presbyteriumssitzung hatte ein zweieinhalbstündiger Pfarrkonvent, zu dem Superintendentin Martina Espelöer die Gemeinden des Kirchenkreises Iserlohn eingeladen hatte, zu diesem Thema stattgefunden. In dieser Videokonferenz schloss sich die Superintendentin zwar der Verzichtsempfehlung der Landeskirche an, machte aber auch klar, dass die Gemeinden frei entscheiden könnten.

Am vierten Advent kein Gottesdienst

Am vierten Advent wird es übrigens keinen Gottesdienst in der Gemeinde geben. Auch die Andacht der Konfirmierten fällt aus. Stattdessen wird hinter verschlossenen Kirchentüren ein Heiligabend-Gottesdienst mit Pfarrerin Kastens, Orgel, Musikern und weiteren Akteuren gefilmt. Dieser Film soll am 24. Dezember auf die Gemeindehomepage (www.ev-kirche-balve.de) gestellt werden.

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