Glärbach-Renaturierung kurz vor dem Abschluss

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Lange dauerte es, bis die Bagger zur Offenlegung des Baches anrückten. ▪

BALVE ▪ Je nach Witterung sollen die Arbeiten an der Offenlegung des Glärbaches bis Endes dieses Jahres abgeschlossen sein. Dann können sich die Glärbach-Anwohner über einen deutlich verbesserten Hochwasserschutz freuen, wie Helmut Scharf, technischer Sachbearbeiter im Balver Bauamt erklärt.

Der Bach fließt seit Anfang der 60er Jahre unterirdisch durch ein Rohrsystem. damals sei die Verrohrung erweitert worden und das Glärbachbett sei verfüllt worden, weiß Scharf aus der Historie zu berichten. Durch Blätter und anderes Treibgut sei es allerdings immer wieder zu Verstopfungen im Rohrsystem gekommen. Hochwasserschäden waren die Folge.

„Anfang der 70er Jahre wurde ein Gitterrechen am oberen Einlauf des Glärbaches eingebaut, um weitere Verstopfungen zu vermeiden“, erklärt Scharf. Im Jahre 1995 sei dann die Decke des Rohres auf Grund von Baumängeln eingebrochen. Es kam wieder zu Hochwasserschäden. Nun musste gehandelt werden. So erfolgte 1996 der Beschluss, über die Aufstellung eines Sanierungskonzeptes.

„In den folgenden Jahren wurden verschiedenste Lösungsstrategien und Machbarkeitsstudien erarbeitet“, erläutert Scharf das langwierige Prozedere. Letztlich hätten sich die Verantwortlichen für die Öffnung des Gewässers entschieden. Bis die erforderlichen Genehmigungen erteilt wurden und die Zuwendungsbescheide des Landes Nordrhein-Westfalen zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie vorlagen, verging weitere Zeit, so dass mit den eigentlichen Arbeiten erst im August begonnen werden konnte. Nun wird das einst in den Untergrund verbannte Gewässer auf einer Strecke von gut 250 Metern wieder freigelegt. Und nicht nur die Anwohner profitieren von der rund 314 000 Euro – 80 Prozent der Kosten übernimmt das Land – teuren Baumaßnahme. Schließlich sei die Offenlegung auch für die Natur von Vorteil. „Durch die Offenlegung bekommt das Gewässer wieder eine Struktur, die eine naturnahe Entwicklung ermöglicht“, sagt Scharf. Mit der Anpflanzung im Uferbereich sollen die Arbeiten im kommenden Frühjahr komplett abgeschlossen sein. - Ute Wesselmann

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