Glärbach in Balve wird renaturiert

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Die Pfosten markieren den Weg, den das Wasser des Glärbachs nehmen wird. ▪

BALVE ▪ Die Bagger Auf dem Steinocken sind bereits angerollt und die Holzpfosten im aufgebuddelten Erdreich verraten schon, wo in Zukunft der Glärbach verlaufen wird. Denn vor einer Woche haben die Arbeiten zur Renaturierung des Gewässers begonnen. Von Annabell Niemand

Bereits 2009 hatte der damalige Arnsberger Regierungspräsident Helmut Diegel gesagt: „Wenn man es genau nimmt, gleichen wir jetzt die Sünden der Vergangenheit aus.“ Damals hatte der Behördenchef im Balver Rathaus einen Bewilligungsbescheid über 290 000 Euro für die Arbeiten übergeben, die jetzt begonnen haben. Der Glärbach war vor Jahrzehnten verrohrt worden und soll jetzt wieder in sein altes Bett zurückverlegt werden.

„Auf einer Länge von 250 Metern soll der Bach geöffnet werden“, sagt Hartmut Scharf vom Bauamt der Stadt Balve. Derzeit steckt er nämlich in einem ein Meter breiten Kastenprofil unter der Erde. Der Glärbach werde später durch eine Gartenfläche und über einen Wirtschaftsweg führen. Dazu muss die Stadt auch fremde Grundstücke in Anspruch nehmen. Die Zustimmungen liegen vor. Die Holzpfosten, die schon in der Erde stecken, markieren den Weg, den das Gewässer in Zukunft nehmen wird. Er wird zwischen einem Mehrfamilienhaus und Garagen herführen. Der Glärbach mündet schließlich in die Hönne. „Nach den Bauarbeiten ist er wieder komplett als offenes Gewässer zu erkennen“, verspricht Scharf. Außerdem sei alles genau für den Hochwasserschutz berechnet.

Am Ende soll das Wasser durch einen natürlichen Bachlauf mit Trockenmauern, sanft abfallenden Uferbereichen und einer Fußgängerbrücke plätschern. Die Bauzeit schätzt Hartmut Scharf auf zwei bis drei Monate. Etwa 385 000 Euro hat die Stadt laut Investitionsplan an Gesamtkosten kalkuliert. Aber die muss die Stadt immerhin nicht alleine zahlen: 293 000 Euro kommen vom Land.

Bereits mit Blick auf die im Jahr 2000 in Kraft getretene EG-Wasserrahmenrichtlinie hatte die Stadt Balve schon 1999 erste Planungen für eine naturnahe Wiederherstellung des Glärbaches in Auftrag gegeben. Schon 2007 hatte sie in einem Antrag an die Bezirksregierung Fördermittel des Landes beantragt, um die Planungen umsetzen zu können.

Die Stadtverwaltung weist darauf hin, dass es aufgrund der Bauarbeiten zu Verkehrsbehinderungen im Bereich der Straßen Glärbach und Auf dem Steinocken kommen kann. Es wird um Verständnis gebeten.

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