Einblick in Männer- und Frauendomänen

Steffen Lohmann durfte in der Apotheke am Drostenplatz unter Aufsicht von Marion Strässer Kräutertee mischen. - Foto: Kolossa

Balve - „Endlich einmal Sachen machen, sie sonst nur die Jungs machen“, freute sich Julie Annus am Donnerstag über den Girls’ und Boys’ Day. Sie war eine von 52 Mädchen der achten Klassen beider weiterführender Schulen, die gestern Einblicke in männerdominierte Berufen erhielten.

Umgekehrt machten 92 Jungen entsprechende Erfahrungen – 48 Betriebe und Institutionen stellten für die insgesamt 144 Jugendlichen Mitarbeiter zur Verfügung, die sich über die schulter gucken ließen.

Roswitha Schubert, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt und Hauptorganisatorin, berichtete am Schluss des Girls’ und Boys’ Days: „Im nächsten Jahr haben weitere 13 Betriebe ihre Teilnahme schon jetzt zugesagt.“ Im vergangenen Jahr waren es 49 gewesen.

Für Julie Annus und Louisa Marie Voß von der Städtischen Realschule gab es in diesem Jahr bei Nitsche-Farben einen Blick in die Arbeitsabläufe in den Abteilungen Tapeten, Fußböden und Farben. Sie waren mit dabei, als Kundenbestellungen bearbeitet wurden. „Hier ist ein sehr dynamisches Arbeiten“, bemerkten sie. Beide hatten sich für diesen Betrieb entschieden, um neue Erfahrungen zu sammeln. Diese tragen sie in ihr „Job-Nacy“ ein – ein von der Realschule neu herausgegebener Berufs-Wegweiser für die achten Jahrgangsstufen.

Vitamin-C-Kapseln hergestellt und Kräutertee abgefüllt hat Steffen Lohmann in der Apotheke am Drostenplatz. „Interessant“, fand er hier den Arbeitsalltag, der ihm von Marion Strässer (PTA) erklärt wurde. Dazu gehörte der Verkaufsbereich, das Labor, die Rezeptur und die Warenannahme. Auch ein Inhalationsgerät wurde desinfiziert und kontrolliert.

Andere verbrachten diesen besonderen Schultag in den Fachgeschäften, Grundschulen, Seniorenheimen, der Tierarztpraxis, Autohäusern, Betrieben in den Gewerbegebieten, beim THW oder auch im Bauhof der Stadt Balve. „Wir haben von allen Seiten nur positive Resonanz gehört“, fasste Roswitha Schubert zusammen. Und von Michael Bathe, Stadt Balve, gab es einen großen Dank an alle Beteiligten: „Das ist nicht selbstverständlich.“ Und dabei profitieren besonders die Betriebe davon, wie Ulrika Scholder, Schulleiterin der Hauptschule, betonte: „In Zeiten des demografischen Wandels können sie sich jetzt schon um ihre zukünftigen Auszubildenden kümmern.“ Manche nahmen am Donnerstag neben vielen Informationen auch bleibende Erinnerungen wie Poster, Handyhalter oder Tee mit nach Hause.

Von Julius Kolossa

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