Gesundheitscampus startet im Januar

BALVE ▪ „Es ist gut, dass es in Balve bald wieder eine so gute ärztliche Versorgung wie zu Zeiten des Krankenhauses gibt“, war Hubertus Wycik am Samstag zufrieden. Er war einer von fast 500 Teilnehmern, die in der Aula über den „Gesundheitscampus Sauerland St. Marien-Balve“ informiert wurden. Ingo Jackschies, geschäftsführender Gesellschafter, und Martin Gruschka, Gesellschafter, stellten die ab Januar beginnende neue Belegung aller Etagen vor. Alles sei abgesichert und stünde auf einem festen Fundament, betonten sie.

So wurde nach einem Jahr, als für das St. Marien-Krankenhaus der Abpfiff ertönte, für den „Gesundheitscampus“ der Anstoß gegeben. Viel Arbeit hätte seit August, als der „Campus“ initiiert worden war, erledigt werden müssen – nun aber sei alles spruchreif und könne an die Öffentlichkeit. Ingo Jackschies: „Wir haben uns daran orientiert, was Balve braucht und was wirtschaftlich möglich ist.“ Verdrängungswettbewerb sei nicht angesagt.

Im Erdgeschoss werde die Krankengymnastik in der alten Küche um einen medizinischen Trainingsbereich erweitert. „Im März eröffnet hier ein Cafè“, so Jackschies. Außerdem sollen der Podologe Björn Freiburg und ein ambulanter Pflegedienst den neuen Bereich der speziellen ambulanten Pflege erweitern. Auch eine Radiologie werde es wieder geben; in die Praxisräume kämen Chirurgie, Orthopädie und Hals-Nasen-Ohren-Ärzte.

Die erste Etage bleibe internistischer Schwerpunkt mit Kardiologie, Gastroenterologie, Diabetologie, Allgemeine Innere Medizin und ambulanten Operationen. Ingo Jackschies: „Auch Augen-Operationen werden hier durchgeführt.“

In der zweiten Etage soll die Seele zum Beispiel nach einem Burn-Out oder Depressionen wieder auftanken können. „Dies ist aber keine psychiatrische Abteilung oder Forensik“, betonte Jackschies. Außerdem soll in diesem Stockwerk eine Wohngruppe für Langzeitbehandlung für zwölf Patienten eingerichtet werden. Die Kapelle werde zu einem „Raum der Stille“.

Tages- und Nachtpflege sowie eine Privat- und Praxisklinik sollen in der dritten Etage entstehen. Im obersten Stockwerk würden Gesundheits- und Gymnastikkurse vom Kneipp-Verein und Reha-Sport angeboten.

Begonnen werde im Januar mit „kleinen Einheiten“, im März mit der Cafè-Eröffnung, ab April mit der Inneren und den Zweigpraxen. „Ab dem zweiten Halbjahr werden die Pflegeelemente und die Privat- und Praxisklinik vorgenommen“, stellte Jackschies den Zeitplan vor.

Betten seien laut Krankenhausbedarfsplan nicht mehr vorgesehen, müssten gegebenenfalls neu angemeldet werden: „40 sind möglich.“ – „Wie groß der Einzugsbereich sein wird, hängt davon ab, wie sich die Ärzte einbringen.“ Falls Bedarf vorhanden sei, könnte eine chirurgische Ambulanz eingerichtet werden, auch Gespräche mit einem Proktologen laufen.

„Hinter uns steht kein Investor mit hohem Erfolgsdruck“, stellten die Campus-Gesellschafter fest.

Von Julius Kolossa

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