So ist die Situation in Balve

Gesundheitscampus: Freie Kapazitäten für Corona-Patienten?

+
Aus dem St.-Marien-Hospital in Balve wurde nach der Schließung des Krankenhauses im Mai 2012 Schritt für Schritt der heutige Gesundheitscampus an der Sauerlandstraße.

Balve – Den „Gesundheitscampus Sauerland“ an der Sauerlandstraße, das ehemalige St.-Marien-Hospital in Balve, bei der weiteren Verschärfung und Ausweitung der Corona-Krise als Standort für die Versorgung und Behandlung von Covid-19-Erkrankten zu nutzen, ist aktuell kein Thema.

Dies bestätigten der Redaktion die beiden Campus-Geschäftsführer Bernd Krämer und Ingo Jackschies. 

„Unser Haus ist voll belegt mit 24 Frauen und Männern in der Wohngruppe Intensivpflege für Langzeitbeatmete und Wachkomatisierte sowie der Demenz-Wohngemeinschaft“, hieß es auf Anfrage. In jeder Gruppe seien jeweils zwölf Frauen und Männer untergebracht, die rund um die Uhr intensive Pflege und Schutzmaßnahmen benötigten. Außerdem werde im Medizinischen Versorgungszentrum St. Damian nach wie vor der normale Geschäftsbetrieb aufrechterhalten. 

Kein Krankenhausstandort mehr

„Wir sind kein Krankenhausstandort mehr“, betonte Bernd Krämer. Dieser ist Geschichte seit der Schließung des St.-Marien-Hospitals Ende Mai 2012. Balver Bürger gründeten daraufhin eine Bürgerstiftung, die das Gebäude erhalten und als Gesundheitscampus fortführen wollten. Inzwischen sind die 5500 Quadratmeter in diesem Haus fast vollständig belegt. Nur noch sechs ehemalige Krankenzimmer warten noch auf ihre Neunutzung. 

Es sind etwa 20 Anbieter, die hier ihre Leistungen anbieten – und dies von einer krankengymnastischen Praxis bis hin zur Naturheilkunde. All diese würden ihren Praxisbetrieb an die behördlichen Anweisungen anpassen, betonten die Campus-Geschäftsführer. 

Wartebereiche erweitert

„Es ist sehr ruhig geworden“, fügte Bernd Krämer hinzu. „Viele Praxen haben ihren Betrieb heruntergefahren.“ Sonst aber seien die entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen hochgefahren und die Wartebereiche erweitert worden. „Jeder Anbieter ist für die Sicherheit selbst verantwortlich“, bestätigte Krämer, der davon abriet, den Gesundheitscampus unnötig zu betreten. 

Dem stimmte Ingo Jackschies zu. Gelte es doch, mit so wenigen sozialen Kontakten wie möglich, die Ausbreitung dieses Virus zu verlangsamen. „Man muss es immer wieder betonen“, so Jackschies. Es sei eine Situation eingetreten, mit der niemand gerechnet habe, stellten Krämer und Jackschies fest. „Wir können nicht mehr tun, als abwarten, wie es jetzt weitergeht.“ 

Geschäftsführer im Homeoffice

Beide Geschäftsführer haben sich übrigens dafür entschieden, im Homeoffice zu arbeiten. Für Bernd Krämer bedeutet dies auch, die Angelegenheiten der Tagespflege-Einrichtung zu regeln. Diese ist bereits seit einer Woche geschlossen, alle 32 Tagespflegegäste und deren Angehörige seien vorab informiert worden: „Der Versorgungsschwerpunkt liegt im Balver Stadtgebiet. Darüber hinaus besuchen uns Gäste aus Sundern, Amecke und auch Hövel.“ Betreut werden diese von acht Mitarbeitern.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare