Gesundheits-Campus im Balver Krankenhaus

Das St. Marien-Hospital ist Geschichte: Über die Zukunft des Krankenhausgebäudes wird die Gesellschafterversammlung der Katholischen Kliniken im Märkischen Kreis am Montag, 18. Juni, entscheiden.

BALVE ▪ Das St.-Marien-Hospital in Balve ist seit dem 15. Mai Geschichte. Geht es nach Martin Gruschka, Geschäftsführender Vorsitzender des Kirchenvorstandes von St. Blasius Balve, soll in dem Gebäude bereits am Mittwoch, 1. August, der Gesundheits-Campus-Sauerland eröffnet werden. Das erklärte Gruschka im Gespräch mit unserer Zeitung.

„Der Gesundheits-Campus Sauerland wird als nachfolgende Organisation den Balver Bürgern kompetent und patientenorientiert überwiegend ambulante interdisziplinäre Medizin anbieten. Niedergelassene Fachärzte sollen zusammen mit weiteren Gesundheitsanbietern (Krankengymnasten, Apotheken, Therapeuten ‘normale’ Sprechstunden, aber auch miteinander abgestimmte Behandlungskonzepte für Jung und Alt anbieten“, heißt es in dem Flyer „Kompetente Medizin in ihrer Nähe“, den Martin Gruschka in der Gruppe „Leben und Wohnen in Balve“ des Sozialen Netzwerkes facebook veröffentlicht hat. In einem Wabenkonzept ist dort die geplante medizinische Struktur des zukünftigen Gesundheitscampus dargestellt. Demnach soll als erster Schritt neben den vorhandenen Internisten ein Radiologe für den Standort gewonnen werden. Weiter heißt es: „Ein Chirurg soll ambulante Operationen anbieten und als berufsgenossenschaftlicher Unfallarzt die erste Stufe des Wabenkonzeptes zusammen mit der krankengymnastischen und physiotherapeutischen Praxis Herde komplettieren. Zudem seien Facharztpraxen – beispielsweise von Urologen, Kardiologen, oder auch Onkologen geplant, die an festgelegten Tagen Sprechstunden anbieten. Zu einem späteren Zeitpunkt könne es zudem spezielle Kurzzeit- und Pflegeangebote geben.

Doch bevor diese Planungen umgesetzt werden können, muss noch eine entscheidende Hürde genommen werden: Der Kaufvertrag für die Immobilie mit den Katholischen Kliniken im Märkischen Kreis (KKiMK) muss unterzeichnet werden. „Die Verhandlungen laufen. Ich bin guter Dinge, dass das klappt“, so Gruschka gestern. Die Gesellschafter der Katholischen Kliniken im Märkischen Kreis und dessen Geschäftsführer Thomas Wülle stünden dem geplanten medizinischen Zentrum in Balve positiv gegenüber, so Gruschka weiter.

Eine vom heimischen Unternehmer Wilhelm Hertin gegründete gemeinnützige Gesellschaft wolle die Krankenhaus-Immobilie kaufen und weiter bewirtschaften bis die „Bürgerstiftung Mammut“ – diese befinde sich gerade in Gründung – Eigentümer der Immobilie werden könne. Engagierte Balver Unternehmer, Privatleute aus der Hönnestadt und aus den Nachbarstädten wie beispielsweise Neuenrade sollen die Bürgerstiftung mit ihren Spenden finanzieren.

„Wir werden das schaffen und die Summe für den Kauf des Krankenhausgebäudes zusammen bekommen“, ist sich Gruschka sicher. Die Gewerbe GmbH „Gesundheits-Campus Sauerland – diese befinde sich ebenfalls im Gründungsprozess – werde das Haus unter Führung von Ingo Jakschies, Medizinfachmann aus Soest, betreiben.

Die Gesellschafterversammlung werde sich in ihrer nächsten Sitzung am Montag 18. Juni. Mit dem Verkauf an die gemeinnützige Gesellschaft beschäftigen, so Gruschka weiter.

„Auch wenn noch ein paar Hürden zu nehmen sind, stehen die Chancen gut“, erklärte Christian Bers, Pressesprecher der Katholischen Kliniken im Märkischen gestern auf SV-Anfrage. Schließlich verkaufe man ein Krankenhaus nicht mal eben so. Die KKiMK sei daran interessiert, die Immobilie zu verkaufen. Denn ein Leerstand verursache hohe Kosten. Wenn sich die Pläne für den Gesundheits-Campus Sauerland realisieren lassen, ist das eine Lösung von der alle Beteiligten profitieren können“, so Bers weiter.

Die Informationsbroschüre „Kompetente Medizin in ihrer Nähe“ ist derzeit nach Angaben von Martin Gruschka im Druck. Sie soll in den kommenden Tagen beispielsweise während des Balve Optimums und auch in den Geschäften der Hönnestadt ausgelegt und verteilt werden. ▪ Von Ute Heinze

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