1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Balve

Geschichtspark: Arbeiten sollen im Herbst beginnen

Erstellt:

Von: Julius Kolossa

Kommentare

In die Museen nach Wocklum kommen bislang nur bei Veranstaltungen viele Besucher. Nach der Aufwertung im Rahmen des Geschichtspark-Projekts soll sich dies ändern.
In die Museen nach Wocklum kommen bislang nur bei Veranstaltungen viele Besucher. Nach der Aufwertung im Rahmen des Geschichtspark-Projekts soll sich dies ändern. © Kolossa, Julius

Wahrscheinlich im Herbst sollen Arbeiten zur Realisierung des Geschichtsparks Balve beginnen. Wie Bürgermeister Hubertus Mühling am Dienstagabend bei der Mitgliederversammlung des Fördervereins Luisenhütte berichtete, soll es zunächst mit der Neugestaltung der Fläche vor der Balver Höhle und in der Luisenhütte losgehen.

Weil bei dem Großprojekt gleich an mehreren Stellen nochmals umgeplant werden musste, steigen die Kosten. Statt der ursprünglich kalkulierten rund einer Million Euro, rechnen die Verantwortlichen jetzt mit etwa 1,3 Millionen Euro.

An der Höhle wird ein neues Kassenhäuschen gebaut und auch die Toranlage wird neu gestaltet. Der Eingang wird nach links verlegt. Dort, wo zurzeit noch die Böschung verläuft, soll der Fußweg angelegt werden. Eine digitale Säule soll den Besuchern einen Überblick über die Möglichkeiten an der Höhle und die weiteren Stationen des Geschichtsparks liefern. „Außerdem sollen nach dem Abschluss aller Baumaßnahmen regelmäßig Höhlenführungen angeboten werden“, sagte Mühling, der auch 2. Vorsitzender des Fördervereins ist.

Technik der erweiterten Realität

Die mediale Aufwertung der Luisenhütte soll nach dem Saisonende umgesetzt werden. Per Smartphone können künftig 20 Kurzfilme über die Hütte abgerufen werden – und dies, ohne eine App herunterladen zu müssen. Auf Wunsch gibt es den Ton nicht nur in Deutsch, sondern auch Englisch oder Niederländisch. Zudem sollen wichtige Figuren der Hütte wie der Hüttenknecht, der Gießer, der Hüttenschreiber oder der Konstrukteur der Gebläsedampfmaschine über Projektionen „lebendig“ werden in den Räumen. Diese „Pepper’s Ghost“ genannte Technik der erweiterten Realität nutzt der Märkische Kreis als Betreiber des Museums bereits erfolgreich auf der Burg Altena.

Mit dem Geschichtspark-Projekt sollen viele Sehenswürdigkeiten Balves über einen etwa vier Kilometer langen Rundweg miteinander verbunden werden. An jeder der 18 Stationen bekommen Wanderer Informationen über Schautafeln oder per QR-Codes direkt auf das Smartphone.

Luisenhütte nur bei Veranstaltungen ein Besuchermagnet

Seit mehr als zwei Jahren laufen die Planungen für das Projekt, von der sich die Stadt Balve vor allem eine große Attraktivitätssteigerung der in Wocklum gelegenen „Museumsmeile“ mit Luisenhütte und Museum für Vor- und Frühgeschichte verspricht. „Bislang kommen die meisten Besucher bei Veranstaltungen. Dann ist die Luisenhütte ein Magnet“, sagte Fördervereinsgeschäftsführerin Gerburgis Fabry-Friedrich. „Bei der Saisoneröffnung im Mai wurden 1700 gezählt – im gesamten Mai waren es 1910. Und bei ,Luise heizt ein’ im Juli kamen 3500 Besucher. Im gesamten Monat Juli waren es nur knapp 3900 Besucher.“

Das Museum für Vor- und Frühgeschichte ist für die geplanten Umbauarbeiten im Rahmen des Geschichtspark-Projekts 2022 komplett geschlossen. Weil die Arbeiten sich verzögern, wird das Museum auch im nächsten Jahr noch nicht wieder für Besucher öffnen, wie Hubertus Mühling am Dienstagabend berichtete. Denn wegen statischer Probleme könne nicht wie geplant ein Aufzug am Museumsgebäude angebaut werden. Um das Museum dennoch barrierefrei zu machen, soll nun eine Rampe hinter dem Gebäude gebaut werden.

Blick in die Turbinenhalle

Zwischen Luisenhütte und Museum ist als verbindendes Element eine Tribüne mit vier Sitzstufen in Form eines kleinen Amphitheaters geplant. In die im Keller des vor- und frühgeschichtlichen Museums liegende Turbinenhalle sollen Besucher künftig durch Gitterplatten im Boden blicken können. Auch hier soll mit Projektionstechnik gezeigt werden, wie die Arbeit an den Maschinen einstmals ausgesehen hat.

All dies sei bereits mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) als zuständiger Behörde abgestimmt. Über die Bezirksregierung Arnsberg wird ein weiterer Förderantrag gestellt, um so die Mehrkosten in Höhe von rund 300 000 Euro zu decken. Die Zustimmung gelte als sicher. Das Gesamtprojekt wird bereits mit knapp 900 000 Euro vom Land gefördert. Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU) hatte den Förderbescheid im Frühjahr vergangenen Jahres persönlich in Balve übergeben. Den verbleibenden Eigenanteil von etwa 100 000 Euro teilen sich Stadt und Märkischer Kreis. Auch mögliche Mehrkosten für das Großprojekt in Zeiten explodierender Preise müssten sich Kreis und Stadt teilen.

Förderverein: Vorsitzender bleibt im Amt

Jakob Graf von Landsberg-Velen bleibt Vorsitzender des Fördervereins Luisenhütte. Das ergaben die turnusmäßigen Wahlen im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Vereins am Dienstagabend im Rathaus. Kassenwart ist Thomas Wehr. Den Posten des ausgeschiedenen Beisitzers Werner Ahrens übernimmt Konrad Betten. Weiterer Beisitzer ist Reinhard Hertin.

Auch interessant

Kommentare