Neuauflage für 2022 geplant

German-Kultrock-Fans feiern auch ohne Festival in der Balver Höhle

Die Fans des German-Kultrock-Festivals trafen sich am Wochenende in der Höhle, obwohl das Festival coronabedingt erneut nicht stattfinden konnte.
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Die Fans des German-Kultrock-Festivals trafen sich am Wochenende in der Höhle, obwohl das Festival coronabedingt erneut nicht stattfinden konnte.

„Mittlerweile halte ich das ja für ein Gerücht“, sagt Francesco Rotter, „dass es hier überhaupt ein Festival gibt“. Eigens aus der Schweiz ist der junge Mann angereist zum German-Kultrock-Festival.

Doch ebenso wie im Vorjahr, als der Eidgenosse auch bereits vor der Balver Höhle stand, sind keine Bands da. Selbst eine Bühne sucht Rotter vergeblich.

„Ich bin zum zehnten Mal jetzt hier“, beruhigt ihn sogleich Albert Reuer. Der Mann aus Solingen weiß: „Hier wird, wenn nicht gerade Corona ist, wirklich gerockt.“ Indes: „Meine Musik ist das aber nicht.“ Er zählt seine Lieblingskünstler auf: Abgesehen vom Punkrocker Billy Idol alles Heavy-Metal-Combos wie etwa Judas Priest.

Wegen der Geselligkeit vor Ort

Reuer erklärt: „Und doch komme ich immer wieder, weil die Leute einfach cool sind. Und ich mag schlicht die Stimmung, die hier herrscht.“ Rosemarie Eickernjäger steht neben ihm und nickt. „Meine Richtung ist die Musik ja auch nicht“, erläutert sie. „Ich bin nur wegen der Geselligkeit hier – mittlerweile zum dritten Mal.“

Und so kommen die drei und fast 50 weitere Personen am Samstagmorgen in die Höhle, um dort zu feiern, auch wenn es leiser war als gewöhnlich. Was sie zunächst nicht wissen: Mit Guido Simm lässt es sich auch einer der beiden Festival-Organisatoren nicht nehmen, zu einem Überraschungsbesuch aufzutauchen.

30 Liter Freibier

„Ich habe einen Kloß im Hals“, ringt der Wuppertaler um Worte, als er sieht, wie viele Fans da sind. Dank Simm müssen diese nicht vor der Höhle bleiben. „Ich danke den Schützen“, ruft der Hobby-Konzertveranstalter ihnen zu, der eigentlich in der Versicherungsbranche tätig ist. „Die lassen uns für eine Stunde in den Felsendom rein – und zwar kostenlos.“

Jubel brandet auf, als Simm noch anfügt: „Ich habe 30 Liter Bier dabei – die müsst Ihr jetzt in einer Stunde leeren.“ Er schaut durch die Runde und zeigt lachend auf ein paar Gesichter links von ihm: „Ein Teil von Euch sieht aber so versüppelt aus – ihr schafft das mit dem Bier schon.“

Grüße des zweiten Festival-Vaters

Dann zückt Simm seinen Laptop und startet ein Video. Auf dem Bildschirm erscheint Klaus Walz, der andere Festival-Vater. Er sei gerade mit seiner Band Jane – Stammgäste des German Kultrock – live auf einer Bühne, aber er sende ganz herzliche Grüße. „Wir sehen uns im nächsten Jahr“, verspricht er. Und wieder applaudieren die treuen Fans.

„Mensch“, fährt Simm fort, stockt und seufzt: „Irre, mal solch eine kleine Truppe hier zu haben.“ Dann lösen sich alle in Kleingruppen auf. Am Rande der Höhle zeigt der Wuppertaler schließlich sein Handy. Zu lesen ist eine Nachricht, die er eine halbe Stunde zuvor an Walz geschickt hat: „Ich bin zuhause angekommen“, steht da. Übernachten werde er im Sauerland nicht. „Durch meinen Versicherungsjob bin ich derzeit ziemlich geschafft nach den Flutereignissen. Ich muss auf die Couch und endlich mal abschalten und nichts tun.“

Noch ein dritter Besuch aus der Schweiz

Der Schweizer Rotter steht derweil inmitten der anderen Besucher und überlegt laut: „Ich bin ja musikalisch prinzipiell schmerzfrei – nur Gangster-Rap geht für mich gar nicht.“ Doch nach diesem Vormittag in Balve stehe für ihn fest: „Ich komme auch noch ein drittes Mal hierher.“

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