Vereinsforum in Eisborn

Geplante Steinbrucherweiterung: Jetzt auch Kritik des Bürgermeisters

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Informierten die Eisborner: (von links) Alexander Schulte, Klaus Schulte, Udo Winiarski und Bürgermeister Hubertus Mühling.

Eisborn – Staub, Lärm und Erschütterungen gehören mit zum Leben in Eisborn – die Sprengungen im Steinbruch der Lhoist-Gruppe und vor allem die geplante Erweiterung um 86 Hektar hinterlassen nachhaltigen Eindruck bei den Eisbornern.

Sie fürchten um die Zukunft ihres Dorfes. Denn beim Vereinsforum am Montagabend in der Schützenhalle wurde jetzt auch noch bekannt, dass der Steinbruch des Unternehmens Calcit Edelsplitt in Asbeck bei Arnsberg-Holzen ebenfalls erweitert werden soll. 

„Wir werden von zwei Steinbrüchen in die Zange genommen“, sagten die Vereinsforums-Sprecher Udo Winiarski und Klaus Schulte, ohne allerdings Details zu den Calcit-Plänen zu nennen. Sie referierten vor 60 Teilnehmern, darunter die CDU-Fraktion mit ihrem Vorsitzenden Alexander Schulte und Bürgermeister Hubertus Mühling, die zu der Veranstaltung eingeladen hatte. 

Staubbelastung ein Problem

Bereits jetzt immer wieder ein Problem für die Dorfbewohner ist die Staubbelastung, die durch die Sprengungen im Lhoist-Steinbruch entsteht. Wie hoch die Belastung durch Grob- und Feinstaub konkret ist, soll durch ein unabhängiges Expertenbüro gemessen werden. So hat es der Stadtrat im Dezember entschieden. 

Die Eisborner befürchten im Falle der Erweiterung als Dorf an Attraktivität zu verlieren, womit ein sinkender Wertverlust der Immobilien einhergehe. Die 86-Hektar-Erweiterung bedeute zudem gravierende Einschnitte in die Natur und negative Auswirkungen für die Hotels Antoniushütte und Zur Post, die zum großen Teil vom Tourismus lebten. 

Ein düsteres Zukunftsbild

Sollte die Lhoist-Erweiterung realisiert werden, zeichneten Winiarski und Schulte ein düsteres Zukunftsbild: Eine 400 Meter hohe Halde, angeschüttet mit dem Abraum der Sprengungen, werde das von Balve aus sichtbare Wahrzeichen Eisborns. Dafür würden mehrere hunderttausend Lkw-Fahrten in unmittelbarer Nähe von Eisborn vorgenommen. „Es geht um die Zerstörung unserer Heimat und Landschaft“, betonte Winiarski. Dazu gehöre auch die jährliche Entnahme von bis zu elf Millionen Kubikmetern Grundwasser beziehungsweise die Verschmutzung des Wassers. 

Vertrauen in Lhoist als Gesprächspartner haben die Eisborner nicht mehr. Denn als sie im vergangenen Jahr über Zahlen, Daten und Fakten über den Abbau und die Höhe der Halden reden wollten, wurden ihnen diese vom Unternehmen mit dem Hinweis verweigert, es liege noch nichts Konkretes vor. Nur vier Wochen später wurden detaillierte Pläne veröffentlicht, die ungefähr auf das Datum der Anfrage aus Eisborn datiert waren. „Das war taktisch unklug von Lhoist“, bestätigte Bürgermeister Hubertus Mühling. 

Verwaltung ist bereits aktiv geworden

Er stellte sich hinter die Eisborner und betonte, dass die Verwaltung bereits aktiv geworden sei. So, als sie beim Märkischen Kreis ihre Bedenken über die Abgrabung des Geländes am Beil und über die Anschüttung der Halde vorgetragen habe. „Das ist nicht im Interesse von Balve.“ Die Steinbrucherweiterung kann nicht durchgeführt werden, wenn die Stadt ihre im vorgesehenen Gebiet liegenden etwa 5000 Quadratmeter an Wegen am Flachsteich und am Rundweg nicht verkauft. Diese Entscheidung werde vom Rat getroffen werden, teilte Mühling mit. 

In einer Stunde war alles ausdiskutiert, sodass der CDU-Fraktionsvorsitzende Alexander Schulte versprach: „Wir nehmen die Stimmung im Dorf mit als Arbeitsauftrag.“ Und: „Der Austausch mit den Eisbornern wird intensiver werden.“

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