Gefahrstoffübung auf dem Gelände der Chemischen Fabrik Wocklum

+
In Schutzanzügen machten sich die Einsatzkräfte von THW und Feuerwehr an die Arbeit. Zwei Arbeiter sollten an einem Säuretank verunglückt sein. Anschließend mussten die Anzüge und alle eingesetzten Werkzeuge dekontaminiert werden.

Balve - Das Szenario am Samstag wirkte realistisch: Mehr als 20 Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk rückten im Gewerbegebiet Glärbach an.

Bei Reparaturarbeiten an einem Schwefelsäuretank sollten zwei Mitarbeiter der Chemischen Fabrik Wocklum verunglückt sein. Glücklicherweise handelte es sich bei den Personen lediglich um Puppen, bei der Säure um Wasser und bei dem Einsatz um eine Übung.

In einem Tank für Schwefelsäure war – so das Szenario – eine undichte Stelle festgestellt worden. Mitarbeiter des Unternehmens sollten diese reparieren. Während der Arbeiten verunglückte jedoch einer der Arbeiter in dem, noch mit Säure gefüllten, Tank, ein anderer in der Auffangwanne.

Die zunächst alarmierte Feuerwehr, die mit dem Gefahrgutwagen anrückte, forderte nach Sondierung der Lage weitere Unterstützung durch das Technische Hilfswerk (THW) an. Dieses setzte seine Einheit aus Balve, aber auch die für chemische, biologische, radioaktive und nukleare Einsätze ausgerüstet CBRN-Einheit aus Dortmund in Bewegung. Und so füllte sich das Werksgelände mit Einsatzfahrzeugen. Die Führungskräfte der jeweiligen Einheiten verschafften sich am Einsatzleitfahrzeug der Balver Feuerwehr einen Überblick über die Lage.

Ein Großaufgebot an Fahrzeugen versammelte sich auf dem Werksgelände der Chemischen Fabrik Wocklum. Laut Betriebsleiter Ludwig Helleckes profitiert auch das Unternehmen von der Übung.

In Schutzanzügen begannen die Einsatzkräfte ihre Arbeit rund um die Unglücksstelle. Nachdem der Säuretank abgepumpt und die Person daraus geborgen war, wurde beim Abtransport auch noch ein Helfer eingeklemmt – diese Übung verlangte von den Einsatzkräften vieles ab. Um ihre Schutzanzüge und alle zum Einsatz gekommenen Werkzeuge zu reinigen, bauten die Kameraden außerdem eine Dekontaminierungszone auf.

Für die Balver Feuerwehr, die von Frank Busche geleitet wurde, war es die erste Zusammenarbeit mit der Spezialeinheit des THW-Dortmund. Auch für diese fand am Samstag eine Premiere statt, denn nach Balve waren diese Einsatzkräfte bisher noch nie gerufen worden.

Im Einsatzfahrzeug wurde das Geschehen geplant und geleitet. Für das THW aus Dortmund und die Balver Feuerwehr war es die erste gemeinsame Übung in der Hönnestadt.

Und auch für die Chemische Fabrik Wocklum hatte es sich gelohnt, das Werksgelände an diesem Samstag geöffnet zu lassen, wie Betriebsleiter Ludwig Helleckes sagte. Weil regelmäßige Übungen für den Einsatz in Notfällen vorgesehen seien, sei diesmal Feuerwehr und THW ermöglicht worden, ihre Arbeit aufeinander abzustimmen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare