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Gebühren sollen erhöht werden: Balver müssen 2022 wohl mehr zahlen

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Von: Julius Kolossa

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Kämmerer Hans-Jürgen Karthaus präsentierte am Mittwochabend den Haushaltsplanentwurf 2022.
Kämmerer Hans-Jürgen Karthaus präsentierte am Mittwochabend den Haushaltsplanentwurf 2022. © Kolossa, Julius

Zum achten Mal in Folge plant Kämmerer Hans-Jürgen Karthaus mit einem ausgeglichenen städtischen Haushalt. Den Planentwurf für 2022 stellte Karthaus am Mittwochabend in der Ratssitzung in der Schützenhalle Langenholthausen vor.

Es soll keine Steuererhöhungen geben, dafür soll an den Gebührenschrauben für Abwasser und Abfall gedreht werden. Einnahmen in Höhe von 26 388 845 Euro stehen Ausgaben in Höhe von 26 300 876 Euro gegenüber, so dass Karthaus mit einem Überschuss in Höhe von 87 969 Euro kalkuliert.

Dabei floss der Jahresgewinn von 507 000 Euro der Netzgesellschaft für Balver Strom und Gas mit in das Zahlenwerk ein. „Zum ersten Mal schreiben wir damit einen Gewinn“, berichtete Karthaus, wie sich die 2016 gegründete stadteigene Gesellschaft entwickelt hat.

5,6 Millionen Euro sollen investiert werden

Damit Balve zukunftsfähig bleibt, sollen 2022 insgesamt 5,6 Millionen Euro investiert werden in Hochwasserschutz, Brandschutz, Ausstattung der Feuerwehr (Fahrzeuge und Gerätehäuser), Schulen, Breitbandausbau, Gewässerentwicklung, Endausbau im Gewerbegebiet Braukessiepen, und die Erschließung des Baugebietes Schmandsack.

„Bis September müssen Förderungen für das Quartier an der Hönne (neuer Name für den künftigen Bereich rund um die Hauptschule, die Ende des Schuljahres 2022 ausläuft, d. Red.) beantragt werden“, riet Karthaus dazu, die Planungen für die künftige Nutzung der Fläche nach dem Abriss des Gebäudes am Krumpaul zügig voranzutreiben. Zuletzt hatten drei Architekturbüros ihre Konzepte vorgestellt, über die es demnächst im Rat abzustimmen gilt.

Verbrauchswasser: 14 Cent mehr je Kubikmeter

In Balve muss im nächsten Jahr tiefer für das Verbrauchswasser in die Tasche gegriffen werden, denn die bisherige Gebühr von 2,08 Euro je Kubikmeter wird auf 2,22 Euro erhöht. Gründe für die Steigerung um 14 Cent seien gestiegene technische Vorschriften, die mehr Geld kosteten, aber auch Investitionen in den Hochbehälter in Balve und in den Tiefbrunnen in Garbeck-Frühlinghausen, die es aufzufangen gelte, erläuterte der Kämmerer.

Auch die Abfallgebühr wird steigen. Karthaus: „2013 wurde diese auf 98 Euro im Jahr angehoben, 2016 dann reduziert auf 96 Euro. Inzwischen sind die Rücklagen aufgebraucht, denn die Abfallmenge nimmt immer mehr zu, und Transport- und Entsorgungskosten steigen.“ Wie viel mehr denn nun die Balver ab Januar zu zahlen haben, diese Zahl blieb der Kämmerer noch schuldig: „Noch liegen mir nicht alle Kosten vor.“

Corona-Finanzschäden ausgeglichen

Dagegen kann die Stadt einen Schlussstrich unter die Corona-Finanzschäden für 2020 ziehen. Die 1,4 Millionen Euro, die Balve seinerzeit zu tragen hatte, wurden egalisiert durch Erstattungen des Landes und auch durch Einsparungen der Stadt. „2021 ist noch nicht abgerechnet“, so Karthaus.

Jetzt werden sich die Fraktionen von CDU, UWG und SPD über das umfangreiche, etwa 600 Seiten umfassende Zahlenwerk beraten, dabei in diesen so genannten Klausurtagungen von Kämmerer Hans-Jürgen Karthaus, Bürgermeister Hubertus Mühling und dem Allgemeinen Vertreter des Bürgermeisters, Michael Bathe, beraten.

Verabschiedung in Dezember-Sitzung

Verabschiedet werden soll der städtische Haushaltsplan für das Jahr 2022 während der Ratssitzung am Mittwoch, 8. Dezember, ab 17 Uhr in der Langenholthausener Schützenhalle.

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