Garbecker WM-Touristen aus Südafrika zurück

In Durban erlebten die vier Garbecker das Spiel der DFB-Elf gegen Australien zusammen mit südafrikanischen Fans live – und störten sich überhaupt nicht an den Vuvuzela-Tönen.

GARBECK/DURBAN ▪ Die meisten Balver Fußballfans dürften den WM-Auftaktsieg der deutschen Mannschaft in Südafrika vor dem eigenen Fernseher oder bei einem Public Viewing verfolgt haben. Nicht so Franz-Josef Stüken, Oliver Fries, Reiner Priggel und Thomas Flöper. Die vier Garbecker haben das 4:0 von Jogis Jungs vor Ort in Durban, im Moses-Mabhida-Stadion, miterlebt.

Dass sie zur Fußball-WM in Südafrika fliegen und die Reise mit einer Safari verbinden würden, stand für die vier Männer eigentlich schon vor einem Jahr fest. Dann stellte sich allerdings heraus, dass während der WM in Südafrika keine Safaris angeboten werden, und obendrein schnellten die Preise der Reiseveranstalter in für die vier Garbecker astronomische Höhen. „Die wollten plötzlich das Doppelte bis Vierfache haben“, berichtete Thomas Flöper. Doch die vier Fußballfans fanden eine Lösung, die so aussah: Zur Safari wollten sie nun nach Kenia fliegen und von dort dann für drei Tage nach Südafrika reisen, um das Spiel Deutschlands gegen Australien zu sehen.

Hier gibt es Fotos vom Aufenthalt in Südafrika:

Garbecker in Südafrika

Sofort nach der Auslosung der WM-Gruppen am 2. Dezember buchten die Garbecker dann die Flüge von Amsterdam nach Nairobi und später nach Johannesburg und Durban, wo das Spiel stattfinden sollte. Allein: Eintrittskarten für die WM-Partie hatten sie zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht! In verschiedenen offiziellen Verkaufsphasen der Fifa und auch auf Internetplattformen bemühten sie sich um die Tickets – lange Zeit ohne Erfolg. „Die Karten waren entweder zu teuer oder zu billig, so dass man Bedenken haben musste, richtig abgezockt zu werden und eventuell hinterher mit falschen Karten oder ganz ohne Karten und ohne Geld dazustehen“, berichtete Thomas Flöper. Eine Woche vor dem geplanten Flug nach Kenia konnte Flöper aus dem letzten Kontingent der Fifa dann doch noch Karten ergattern. Nun konnte das Abenteuer Afrika beginnen.

Safari in Kenia

Nach dem Flug nach Nairobi verbrachten die vier Garbecker zunächst eine Woche in Kenia. Bei Safaris konnten sie Giraffen, Zebras, Gazellen und sogar die „Big Five“ – Elefanten, Büffel, Leoparden, Nashörner und Löwen – oftmals ganz aus der Nähe beobachten, machten aber auch zweifelhafte Erfahrungen mit sanitären Anlagen am Rande der afrikanischen Savanne und den Fahrkünsten ihres kenianischen Rangers.

Nach acht Tagen in der Masai Mara, im Tsavo- und im Amboselia-Nationalpark ging es für die vier Garbecker am vergangenen Samstag dann endlich nach Südafrika. Über Nairobi und Johannesburg erreichten sie schließlich am Sonntagmorgen Durban an der Ostküste Südafrikas. In der Hafenstadt am Indischen Ozean sollte am Abend das Spiel gegen Australien stattfinden. Doch schon Nachmittags schnupperten die Garbecker in ihrem Fußball-Dress am Strand, wo eine riesige Leinwand aufgebaut war, etwas WM-Atmosphäre. In einem Bierzelt trafen sie hier auch viele andere deutsche Fans, mit denen sie sich auf das Spiel einstimmten. „Im Stadion hatten wir die besten Plätze, die man sich vorstellen kann. Wir hatten einen Super-Blick auf den Rasen und waren allein schon von der Atmosphäre begeistert“, schwärmte Thomas Flöper. Und auch die Vuvuzelas, die hierzulande vielen Fußballfans vor dem Fernseher den letzten Nerv rauben, seien kein Problem gewesen. „Zur Sicherheit hatten wir Ohrstöpsel mitgenommen, aber die haben wir letztlich gar nicht gebraucht. Im Stadion waren die Vuvuzelas überhaupt nicht so nervig, wie es im Fernsehen ‘rüberkommt“, so Flöper. So konnte das Quartett den 4:0-Erfolg der DFB-Elf also in vollen Zügen genießen.

Niemals Angst um Sicherheit

Feiern konnten die Garbecker den WM-Auftaktsieg anschließend allerdings kaum. „Wegen der um 23 Uhr beginnenden Sperrstunde in Südafrika hatten nur diverse Clubs geöffnet, vor denen sich allerdings lange Schlangen gebildet hatten“, erläuterte Thomas Flöper. Also versuchten die vier, zu Fuß ihr Hotel zu erreichen, das eigentlich nur etwa 500 Meter vom Moses-Mabhida-Stadion entfernt lag. Letztlich nahmen sie dann doch ein Taxi – allerdings nicht, weil sie um ihre Sicherheit gefürchtet hätten, sondern weil sie sich schlichtweg verlaufen hatten. „Erst am nächsten Tag haben wir aus dem Fernsehen erfahren, dass es nach dem Spiel Ausschreitungen gegeben haben soll. Davon haben wir gar nichts mitbekommen“, berichtete Thomas Flöper. Überhaupt habe sich die Gruppe in Durban zu keinem Zeitpunkt unsicher gefühlt.

Die zwei Tage nach dem Deutschland-Spiel verbrachten die Garbecker noch in Durban und verfolgten weitere WM-Spiele bei Public Viewings auf großen Leinwänden. „Die Stimmung war bombastisch“, erinnerte sich Thomas Flöper. Nach dem Abendspiel zwischen Italien und Paraguay lernten die Garbecker dann in einem Hotel noch sechs australische Fans kennen, mit denen sie natürlich das Spiel vom Vortag noch einmal diskutierten.

Am Dienstagabend ging es dann schließlich zurück nach Deutschland – mit Vuvuzelas im Gepäck. Die hatten insbesondere Oliver Fries und Thomas Flöper eigentlich gar nicht haben wollen. „Aber in einer Pizzeria-Kette gab es die Dinger zu jedem Doppel-Menü gratis dazu – also hatten wir schließlich alle eine“, schilderte Thomas Flöper, wie es dazu kam. An die Tage in Kenia und Südafrika werden die vier noch lange zurückdenken, wie Flöper versichert: „Besonders, wenn wir jetzt die nächsten Spiele im Fernsehen anschauen, wird die Erinnerung an Afrika und die tolle Stimmung im Stadion bestimmt wieder hochkommen.“ ▪ vg

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare