Ein Garbecker regiert die Balver Schützenbruderschaft

Die Grünröcke der St. Sebastian-Bruderschaft schultern ihren neuen König Marc Schmoll-Stübbecke. Der freut sich sichtlich über den Siegesschuss.

Balve -  Schweiß floss gestern Morgen unter der Vogelstange in Strömen – bis ein Garbecker das Balver Schützenvolk schließlich aus der Hitze erlöste. „Mit dem 63. Schuss hat Marc Schmoll-Stübbecke uns aus der Sonne geholt“, betonte Engelbert Prinz von Croy, Brudermeister der St. Sebastian-Schützenbruderschaft, dann auch während der Proklamation im angenehm kühlen Felsendom.

Von Julius Kolossa

44 Minuten dauerte das Schießen, das zum letzten Mal an der alten Anlage ausgetragen wurde. Erneut beteiligten sich viele Schützenbrüdern. Zum dritten Mal dabei war Heinz Friedriszik – und auch in diesem Jahr schoss er einen Flügel ab. „Das ist jetzt mein dritter“, überlegte er, welchen Ehrenplatz die Insignie erhalten soll.

Die Krone mit Kopf schoss Sven Rickers ab, den linken Flügel Tobias Ruschepaul. Dr. Paul Stüken holte sich den Apfel, Thomas Fischer das Zepter. Nach 30 Minuten war der Aar, gebaut von Klemens Terbrüggen und Konrad Betten, bereits ohne Ehrenzeichen – und die weiteren Schüsse saßen so gut, dass dem Vogel ein baldiges Ableben bescheinigt wurde. „Ich habe auf den 89 Schuss getippt“, sagte Konrad Betten.

Dass es nur 63 waren, lag an der Treffsicherheit von Marc Schmoll-Stübbecke, der sich sichtlich über den Königstitel freute. Der 33-Jährige ist im Bereich der Krankenhausverwaltung tätig, und in seiner Freizeit im Löschzug Stadtmitte (Dienstgrad: Brandmeister) aktiv. In der Schützenbruderschaft hat der gebürtige Balver, der mit seiner Familie jetzt in Garbeck wohnt, bei der II. Kompanie seine Heimat gefunden. Seine Königin ist seine Ehefrau Insa (28, Kindergärtnerin). Sohn Felix (3) hat von Oma und Opa, mit denen er sonnige Tage an der Nordsee verbringt, erfahren, dass er nun ein kleiner Prinz ist.

Zufrieden mit dem Verlauf des Vogelschießens waren auch die diensthabenden Mitglieder des Malteser Hilfsdienstes. Kristina Stadelhofer: „Die Leute haben bei den heißen Temperaturen den Schatten gesucht und sich nicht der prallen Sonne ausgesetzt“. Dank dieses umsichtigen Handelns brauchte in diesem Fall keine Erste Hilfe geleistet werden. „Dieses Schützenfest verlief bisher ruhig“, zog sie am gestern Mittag eine Zwischenbilanz. Einige Blasen und kleinere Blessuren mussten versorgt werden; eine Schnittwunde, verursacht durch den Kontakt mit einem zerbrochenen Glas, wurde im Krankenhaus versorgt. „Nichts los“, sage die Feuerwehr auf Nachfrage, was es denn bisher Besonderes gegeben hat.

Diese Bilanz der Rettungskräfte mussten die Schützenbrüder allerdings nicht ziehen – ihr Fest war sehr gut besucht. „Christian und Sandra, ihr habt die Höhle auf den Kopf gestellt“, lobte der Brudermeister die scheidenden Majestäten. Und daran anknüpfen wollen auch Marc und Insa. „Oh mein Gott, ist das ein schönes Fleckchen Erde hier, und was ist das schön, dass ich hier als König vor euch stehen darf.“ Das waren die ersten Worte des neuen Königs an sein Volk. Gerne ließ er sich feiern, gerne machte er mit seiner Frau Stimmung, so auch beim Rückmarsch in die Stadt. Und eine gute Figur machten die Regenten auch am Nachmittag, als sie von ihrem Stammtisch, der ehemaligen Kolpingjugend „Wumpies“, begleitet werden. Sicher ist: Die Majestäten werden ihrem Regentschaftsjahr auf ihre ganz besondere Art eine persönliche Note verleihen.

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