Garbeck bekommt schnelleres Internet

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GARBECK – Um die Sorgen der Stadt Balve, aber auch um die der Balver Wirtschaft ging es beim Unternehmerstammtisch des Stadtmarketings am Donnerstagabend in der Garbecker Firma ASF-Anker Schmoll im Gewerbegebiet Braukessiepen.

Bürgermeister Hubertus Mühling nutzte die Zusammenkunft, um den Unternehmern aufzuzeigen, in welchen finanziellen Nöten die Stadt steckt und wie das Drei-Millionen-Euro-Loch im diesjährigen Haushaltsplan entstanden ist. Die Sozialausgaben fräßen die Steuereinnahmen der Stadt mehr und mehr auf. Ab 2022, schätzte Mühling, müssten sämtliche kommunalen Steuern für Hartz IV, Grundrente, Pflege, Behinderte, Sozialhilfe und Jugendamt aufgewandt werden. „Angesichts solcher Zahlen müssen wir die Diskussion führen, wieviel Sozialstaat wir uns noch leisten können“, so der Bürgermeister.

Doch Mühling war auch in anderer Hinsicht gut vorbereitet zum Gespräch mit den Unternehmern gekommen. So wusste er zum Beispiel um das Anliegen insbesondere der im Gewerbegebiet Braukessiepen ansässigen Firmen, endlich über schnelle Internetverbindungen zu verfügen. „Das ist ein echter Standortnachteil“, konnte er den Ärger der von schwachen Übertragungsraten genervten Unternehmer nachvollziehen. Aber der Bürgermeister brachte eine Nachricht mit, die Hoffnung machte: Nach Ostern werde die Telekom damit beginnen, eine Verbindung zu einem neuen Netzknotenpunkt in der Nähe der Baustoffhandlung Schäfer aufzubauen, der dem Übel dann ein Ende bereiten solle. „Ich hoffe, dass das dann irgendwann im Herbst steht“, so Mühling, der auch davon ausgeht, dass ganz Garbeck davon profitieren wird.

Ebenfalls ein Ärgernis für die Garbecker Unternehmer – und nicht nur für die – ist die derzeitige Großbaustelle der Ortsumgehung. Seit zweieinhalb Monaten bewegt sich dort witterungsbedingt gar nichts mehr, alle Verkehrsteilnehmer müssen umständliche und zeitraubende Umleitungen in Kauf nehmen. Er gehe davon aus, dass die Arbeiten in der nächsten Woche wieder aufgenommen würden, wenn es jetzt nicht mehr zu viel regne, sagte Mühling. Dann sollten vorrangig die beiden Kreisverkehre und die Anbindung an das Gewerbegebiet Rötloh hergestellt werden, ehe im Herbst mit den Gründungsarbeiten für ein Brückenbauwerk hinter der Firma Paul Müller aufgenommen würden.

Etwas schwierig stelle sich derzeit noch die Erweiterung des Gewerbegebietes Braukessiepen dar, räumte der Bürgermeister ein. Trotz einiger Probleme im Planfeststellungsverfahren äußerte sich Mühling aber zuversichtlich, dass der erste Erschließungsabschnitt in dem insgesamt 14 Hektar großen Gebiet im nächsten Jahr realisiert werden könnte. Erschlossene Gewerbegrundstücke seien zum Preis zwischen 30 und 34 Euro pro Quadratmeter zu haben, traf das Stadtoberhaupt auch schon eine halbwegs konkrete Aussage zu den Preisen, mit denen bauwillige Unternehmen rechnen müssen.

Volker Griese

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