Steinbruch: Eisborner wollen keinen "Runden Tisch"

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Rund 150 Männer und Frauen aus Eisborn und Asbeck waren auf Einladung des Ortsvorstehers Martin Danne in die Schützenhalle gekommen, um ihren Widerstand gegen die Erweiterung des Steinbruchs in die Tat umzusetzen.

Eisborn – Die Eisborner und Asbecker waren gefragt am Mittwoch in der Eisborner Schützenhalle. Ihre Meinung über die vom im Hönnetal ansässigen Steinbruchunternehmen Lhoist ab 2023 geplante Erweiterung um 46 Hektar in Richtung Asbeck stand im Mittelpunkt. „Ich habe weder den Bürgermeister, noch den Beigeordneten, und auch niemanden von Lhoist eingeladen“, sagte Ortsvorsteher Martin Danne: „Ich wollte nur Eure neutrale Meinung zu diesem Thema hören.“

Die Argumente der etwa 150 Gäste hatten es in sich, neutral waren die Meinungen ganz sicher nicht. So wurde Werksleiter Dr. Zacharias Grote vom Ortsvorsteher und von Seiten der Initiative „Bürger gegen die Erweiterung des Steinbruchs Eisborn / Asbeck“ (BGS) vorgeworfen, bewusst gelogen zu haben. Dies soll bei einem Gespräch am 9. April der Fall gewesen sein: Damals sei vom Werkleiter darauf hingewiesen worden, dass Pläne zur Erweiterung nicht vorhanden seien, obwohl diese bereits schon am 2. April beim Kreis eingereicht worden seien. Hans-Dieter Kolossa als Schriftführer der Initiative fehlt damit die vertrauensvolle Basis als wichtigen Faktor für die Zusammenarbeit mit Lhoist.

„Wir müssen hellwach sein“, forderte Martin Danne. „Es darf nicht sein, dass Lhoist plötzlich etwas durchsetzen kann.“ Deshalb müsse sich ein Gremium aus den Reihen der Betroffenen bilden, in dem Ideen für das weitere Vorgehen gesammelt werden. Ein Runder Tisch schien ihm anfangs eine gute Idee zu sein. Diese wurde von Bernhard Krutmann, Pressesprecher der Initiative und früher als Rechtsanwalt tätig, relativiert. So ein Gremium sei eine von Lhoist zu erfüllende gesetzliche Vorgabe im Genehmigungsverfahren.

Dass Lhoist elf Millionen Euro an Rückstellungen für Anwaltskosten zur Verfügung habe, wusste Michael Hirt, Vorsitzender der Initiative. Dafür weiß die BGS, wie sie vorzugehen habe, denn sie werde juristische Schritte gegen den Märkischen Kreis unternehmen. Grund dafür sei die Staubbelastung nach Sprengungen, die inzwischen wöchentlich zu hören seien. Der Märkische Kreis gehe trotz Anfrage der BGS sehr nachlässig mit dieser Situation um, meinte Hans-Dieter Kolossa. Andere Kreise würden Auflagen stellen, der MK dagegen nicht. Zurückhaltend sei dieser auch auf eine Anfrage der BGS nach toxischen Belastungen nach Sprengungen. Die Unzufriedenheit mit dem aktuellen Verfahrensstand wurde in deutlichen Worten zum Ausdruck gebracht.

Die Betroffenen wollen geschlossenen zusammen stehen – das war das Fazit dieser Versammlung. Denn die Zukunft sehe nicht rosig aus, werde doch der bisherige Klärteich 6 bei der Erweiterung zu einer 400 Meter hohen Halde und damit um zehn Meter höher als der Ebberg. Der bereits bestehende Steinbruch mit einer Fläche von 129 Hektar und die Erweiterung um 46 Hektar sollen bis auf eine Tiefe von 120 Metern abgegraben werden. Dabei soll die Produktion von fünf Millionen Tonnen auf 7,5 Millionen Tonnen pro Jahr erhöht werden.

An vier Stellen des vorgesehenen Erweiterungsgebiets wurden im Juni Probebohrungen vorgenommen, um die Kalksteinqualitäten festzustellen. Lhoist-Pressesprecher Christian Zöller sagte dazu auf Nachfrage: „Die geplanten Bohrungen sind abgeschlossen. Nun läuft die Auswertung der erfassten Daten.“ Das Unternehmen könne dazu zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Aussagen treffen. Außerdem: Der Tag des offenen Steinbruchs finde aus organisatorischen Gründen in diesem Jahr nicht statt, ursprünglich vorgesehen war der 21. September.

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