Fast zweistellig: Derby erschreckend einseitig

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Christopher Reddig (links) avancierte gestern Nachmittag mit seinem „Dreierpack“ zum erfolgreichsten Torschützen des Balver Lokalderbys in der Kreisliga A.

BALVE ▪ Das dürften selbst die kühnsten Optimisten im Lager des TuS Langenholthausen nicht für möglich gehalten haben – die größten Pessimisten bei der SG Balve/Garbeck aber auch nicht: Das Stadtderby der Kreisliga A Arnsberg ging am Sonntagnachmittag vor der stolzen Kulisse von 220 Zuschauern auf dem Sportplatz Düsterloh sage und schreibe mit 8:0 (3:0) an die Gastgeber, die sogar zweistellig hätten gewinnen können.

Der Blick auf die Torschützen macht sofort klar, wie dominant die Langenholthauser Offensive agierte: Christopher Reddig war drei Mal erfolgreich, der „begnadigte“ Gian-Marco De Luca zwei Mal und mit Dominik Kaiser der dritte Stürmer im 4-3-3 noch einmal. Dazu kam ein abgefälschter Freistoß von Marco Lemke, ehe der eingewechselte Fabian Trawinski den Schlusspunkt setzte.

Mit Benjamin Kelch fehlte der SG der robusteste Manndecker, außerdem verzichtete Spielertrainer Christian Jüngst wegen eines Pferdekusses auf seinen Einsatz von Beginn an. Konkurrenzfähig war der Fusionsclub allerdings nie. „Isko“ Karaikovic hing als einzige echte Spitze völlig in der Luft, viel zu sehr waren die Gäste damit beschäftigt, hinten stabil zu stehen. Schon nach acht Minuten aber hieß es 1:0 für den TuS: Kaiser spielte an der rechten Strafraumgrenze erstmals seinen direkten Bewacher Tim Farr schwindelig, seine scharfe Hereingabe jagte Reddig direkt unter den Querbalken in die Maschen. Als De Luca wenig später völlig unbedrängt auf 2:0 erhöhen durfte, war die Richtung vorgegeben (15.). Und als Kaiser eine Lemke-Ecke am zweiten Pfosten per Kopf einetzte (27.), musste man sich allmählich Sorgen um die SG Balve/Garbeck machen, die nach einer Tammaro-Ecke einzig eine halbe Kopfball-Chance von Karaikovic vorzuweisen hatte (17.). Für den TuS setzte Lemke einen Freistoß ans Außennetz, so dass zur Pause aus vier Chancen drei Treffer zu Buche standen – welch‘ irre Quote.

Nach Wiederbeginn führte erst der fünfte Torschuss zum Jubel. Bertsch per Kopf (47.) und Wördemann (50.) scheiterten an Pröpper, Lukas‘ Kopfball nach Weih-Ecke ging neben den Kasten (52.), Reddig zielte zu hoch (54.). Dann aber ging es Schlag auf Schlag: Erst fälschte die SG-Mauer Lemkes Freistoß zum 4:0 in die eigenen Maschen ab (56.), dann war De Luca zu egoistisch (57.), Reddig erhöhte per Doppelschlag auf 6:0 (58./61.), De Luca staubte nach einem Missverständnis zwischen Budde und Pröpper zum 7:0 ab (64.), Trawinski traf nach toller Vorarbeit von Wördemann zum 8:0 (82.). Wördemann selbst hatte noch Treffer Nummer neun auf dem Fuß (90.). Zuvor hatte SG-Spielertrainer Jüngst die „Ampelkarte“ gesehen, weil er die Regelauslegung von Referee Ruhnert als einseitig bezeichnet hatte. Der kannte keine Milde, zückte zwei Mal Gelb und dann Rot.

TuS: Langwald – K. Grote, Zöller, Lukas, Bertsch (71. Gülsen) – Ceylan (46. Weih), Lemke, Wördemann – De Luca, Reddig, Kaiser (62. Trawinski)

SG: Pröpper – Carbone – Budde, Farr – Stüeken, Cetin – Croonen, Keklik (76. Distefano), Levermann (61. Jüngst), Tammaro – Karaikovic (61. Westhoff)

Schiedsrichter: Ruhnert (BSV Lendringsen)

Tore: 1:0 (8.) Reddig, 2:0 (15.) De Luca, 3:0 (27.) Kaiser, 4:0 (56.) Lemke, 5:0 (58.) Reddig, 6:0 (61.) Reddig, 7:0 (64.) De Luca, 8:0 (82.) Trawinski

Bes. Vork.: Gelb-Rote Karte gegen Jüngst (SG/86.) wegen wiederholten Meckerns

Mario Droste (TuS-Trainer): „Mir hat von der ersten bis zur 90. Minute unsere derart konzentrierte Leistung gefallen. Taktisch war das super, auch läuferisch. Ich musste die Jungs in der Kabine sogar noch bremsen. Kommt dann so eine individuelle Klasse dazu, dann erklärt das das Ergebnis, das um ein oder zwei Tore zu hoch ausgefallen ist.“

Christian Jüngst (SG-Trainer): „Das war ein Klassenunterschied. nach dem 0:3 war das Spiel verloren. Unsere personellen Mittel sind einfach beschränkt.“ J ecke

Von Lars Becker

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