Im Fundbüro warten Schlüssel, Fahrräder und Co

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Felix Butterweck zeigt die Fahrräder, die im Keller lagern. ▪

BALVE ▪ „Selten wird nach Schlüsseln gefragt“, hält Marion Collard vom Bürgerbüro Balve ein solches Fundstück hoch. Der Schlüssel ist einer von mehreren Funkfernbedienungen für Autos, die hier an der Anlaufstelle für Fundsachen abgegeben wurden. Von Julius Kolossa

Aber auch Haustürschlüssel, Brillen, Eheringe und Handys werden von ehrlichen Findern abgegeben. Insgesamt 23 Fundsachen sind derzeit registriert, die jeweils sechs Monate auf ihre Besitzer warten. Aus Erfahrung wissen Marion Collard und ihr Kollege Felix Butterweck, dass jährlich etwa die Hälfte der verlorenen Sachen wieder abgeholt wird. Wer nachweisen kann, dass ihm dieses oder jenes gehört, dem wird die Fundsache nach einer Unterschrift auf dem sogenannten Fundnachweis ausgehändigt.

Diesen muss auch der Finder ausfüllen. Mit drei Kreuzen an den entsprechenden Stellen kann er Finderlohn beanspruchen, Aufwendungen ersetzt bekommen, die mit dem Fund entstanden sind, und den Gegenstand nach Ablauf der Liegezeit erhalten. Einzige Ausnahmen: „Schlüssel werden vernichtet, Brillen an einen Optiker abgeben.“ Still ruhen dagegen die neun Fahrräder im Rathauskeller vor sich hin, eins bereits seit 2005, wie der Zettel am Rahmen verrät. Felix Butterweck vermutet: „Die bleiben auch weiterhin hier.“

Auch wenn mehr vermisst als abgegeben wird, so lohnt sich doch das Nachfragen im Bürgerbüro. Vielleicht hätte mit dem Gebiss noch so manches nahrhafte Mahl verzehrt werden können – inzwischen ist es vernichtet worden: „Es hat niemand danach gefragt.“ Die Zahnprothese war bisher das kurioseste Stück im Fundbüro. Und auch diverse Gehstöcke wurden mangels Nachfrage entsorgt.

Es gibt keine Saison für Fundsachen, vielmehr wird ganzjährig gesucht und gefunden. So lohnt es sich für den, der mit offenen Augen durch die Stadt geht, aber auch für den, der im Bürgerbüro nach einem vermissten Gegenstand fragt. Die Mitarbeiter helfen gerne.

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