Frieda Braun auf Raubzug für den guten Zweck

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Da bin ich! Die Kabarettistin Frieda Braun unterhielt am Freitagabend das Publikum in einer Veranstaltung des Kolpingforums. Dabei kam ihr der Termin eigentlich höchst ungelegen. ▪

BALVE ▪ Auf ihrer Spendensammeltour für den Winterberger Wohltätigkeitsbasar machte die Kabarettistin Frieda Braun am Freitagabend auch in Balve Station. Dabei sei ihr der Termin Katholischen Jugendheim eigentlich höchst ungelegen gekommen, ließ sie ihr Publikum wissen. Schließlich warte daheim ein halbes Schwein darauf, verarbeitet zu werden.

Doch es war nicht dieser Zeitdruck, der Frieda Braun daran gehindert hatte, sich noch in Schale zu werfen. So, wie sie am Freitag in Balve auftrat, kennen sie ihre Fans: Lockenwickler unterm Haarnetz, Hornbrille, Kittelschürze mit Strickjacke darüber. Überhaupt: die Strickjacke. Daran zupfte sie immer dann verlegen, wenn das Thema heikel zu werden drohte.

Und das geschah oft, denn beim Werben um Spenden für den Basar, den sie mit ihren Freundinnen von der „KFD-Splittergruppe“ organisieren will, kam Frieda Braun vom Hölzchen auf‘s Stöckchen, schweifte immer wieder höchst unterhaltsam ab. Dabei schilderte sie skurrile Alltagssituation aus ihrem Wohnort Winterberg, die sich aber genau so auch in Balve hätten zutragen können – oder zumindest in Garbeck, denn in Balve gibt es ja keinen Kreisverkehr, dessen kreative Möglichkeiten man beim Befahren ausschöpfen könnte. Sie erzählte von ihrem eifersüchtigen Gatten Erwin, der ihr ihren Schwarm André Rieu „schäbbich reden“ will, und vom Wasserbett, das das Gleichgewicht zwischen Mann und Frau empfindlich stören kann. Und auch Erwins „Alte Herren“ kommen nicht gut weg. Dabei hatte er mit seiner Fußballmannschaft, die ihre Trainingsanzüge mehr vor dem heimischen Fernseher als auf dem Sportplatz strapaziert, doch eigentlich die Schirmherrschaft über den Wohltätigkeitsbasar übernehmen wollen.

Irgendwie fand Frieda Braun den roten Faden immer wieder. So berichtete sie, wie sie mit der Splittergruppe einen Musicalbesuch in Hamburg zu einem Beutezug mit nicht ganz legalen Mitteln nutzte – der Zweck heiligt eben die Mittel.

Mit einem gerüttelt Maß an Wortwitz und Bauernschläue, mit Naivität, Spontaneität und vor allem einem starken Mienenspiel nahm Frieda Braun das Publikum mütterlich unter ihre Fittiche und ließ es dann begeistert zurück. Einige dürften ohne Zweifel noch am Samstagmorgen Schmerzen im Zwerchfellbereich gehabt haben. ▪ vg

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