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Balver wählen ein zweites Mal

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Von: Julius Kolossa, Carla Witt

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Befragung in Mellen
Für die Wahlprognosen des ZDF befragte Britta Holt mit ihrem Team der Forschungsgruppe Wahlen die Wähler im Wahllokal in Mellen. © Kolossa, Julius

Balver Wählerstimmen fließen in die Prognosen ein.

Mellen – Noch einmal um ihre Stimmen gebeten wurden am Sonntag einige Wähler in Mellen, nachdem sie im Wahllokal bereits ihren Stimmzettel für die Landtagswahl abgegeben hatten. Mit einer Wahlpanne hatte dies aber nichts zu tun.

„Wir bitten jeden zweiten Wähler darum, uns noch einige Fragen zu seinem Wahlverhalten zu beantworten“, sagte dazu Britta Holt von der Forschungsgruppe Wahlen im Gespräch mit der Redaktion. Die Forschungsgruppe erstellt für das ZDF die Wahlprognosen. Als dann um 18 Uhr die ersten Prognosen veröffentlicht wurden, waren zum ersten Mal bei einer Landtagswahl auch Wählerstimmen aus der Balve mit dabei. „Diese repräsentativen Wahlbezirke werden nach dem Zufallsprinzip ausgewählt“, erzählte Holt.

ZDF-Wahlurne steht bereit

Den Raum Balve kannte sie bereits von der Bundestagswahl im September, als in einem der Garbecker Wahllokale ein Bezirk für die Forschungsgruppe Wahlen eingerichtet worden war (wir berichteten). In Mellen bildete Holt mit Patricia Hermerschmidt ein Team, das die Wähler um ihre Mitarbeit bat. „Absolut in Ordnung“, sagte Oliver Röhling, der bereitwillig seine Kreuze ein weiteres Mal machte. Gefragt wurde nach abgegebener Erst- und Zweitstimme, nach dem Geschlecht und wie er 2017 abgestimmt hatte. „Jetzt gehört man mit zur Prognose“, musste Röhling schmunzeln, als er den Fragebogen in die ZDF-Wahlurne warf.

Für deren „Wahlhelfer“ war es ein angenehmer Termin. „Fast alle, die wir ansprechen, machen mit“, so Patricia Hermerschmidt. Ein weiteres Team nahm teil an der Auszählung der Briefwahlunterlagen im Balver Rathaus. Diese Daten gingen ein in die Hochrechnung.

Wahlbeteiligung über dem Durchschnitt

Dabei konnte das Team der Forschungsgruppe in Balve eine vergleichsweise hohe Wahlbeteiligung vermerken: Mit 60,19 Prozentpunkten liegt sie deutlich über dem NRW-Wert von 55,5 Prozent – einem historischen Tiefstand. Ganz entziehen kann sich die Hönnestadt dem Trend zum Nicht-Wählen aber nicht: Die Landtags-Wahlbeteiligung sank um etwa zehn Prozent; von 70,04 im Jahr 2017 auf 60,19 Prozent am Sonntag.

Grüne punkten auch in Balve

Balve bleibt nach wie vor in der Hand der Christdemokraten: Matthias Eggers staubte 51,40 Prozent der Erststimmen ab, SPD-Kandidatin Inge Blask kommt nur auf 20,14 Prozent (2017: 21,12 Prozent). Mächtig freuen kann sich die Grüne Sylvia Olbrich, die in Balve ein Rekordergebnis für ihre Partei einfahren konnte: 9,77 Prozent der Wähler gaben Olbrich ihre Stimme, ihr Vorgänger Jörg Pyzalla brachte es bei der Landtagswahl vor fünf Jahren gerade einmal auf 2,46 Prozent. Bei den Zweitstimmen haben sich sogar noch mehr Balver für Grün entschieden: 568 Wähler, das sind 10,73 Prozent (217: 225 Wähler, 3,60 Prozent).

FDP stürzt ab

Dagegen sind die Freien Demokraten auch in der Hönnestadt kräftig abgestürzt: Konnten die Partei 2017 noch 13,20 Prozent der Zweitstimmen erringen, waren es am Sonntag nur 6,56 Prozent.

Die Kandidaten der Alternative für Deutschland lagen am Sonntag (Charalambos Karagiannidis, 4,38 Prozent) und vor fünf Jahren (Rainer Schwanebeck, 5,0 Prozent) nicht allzuweit auseinander. Bei den Zweitstimmen wird deutlicher, dass die AfD an Beliebtheit verloren hat: 6,83 Prozent der Balver unterstützten die Partei bei den Landtagswahlen im Jahr 2017, am Sonntag stimmten 4,72 Prozent der 5335 Balver Wähler für die Partei.

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