Die Folgen Kyrills sind immer noch sichtbar

Christoph Rüth und Dr. Karl-Heinz Heiner stöbern in Fotos, die die Schäden dokumentieren, die Kyrill anrichtete.

MELLEN ▪ Nach dem Sturm ist vor dem Sturm – schon in den ersten Tagen des neuen Jahres lag ordentlich was in der Luft. „Ulli“ und „Andrea“ ließen Bäume brechen und deckten Dächer ab, was bei vielen die Erinnerung an „Kyrill“ wieder weckt. In Mellen ist dies in diesen Tagen wieder ein Thema, denn im Golddorf ging am 18. Januar 2007 nichts mehr.

Mit Ortsvorsteher Christoph Rüth erfolgte jetzt auf dem Dorfplatz die Spurensuche. Hier steht der aus Eiche angefertigte Gedenkbaum „zur Mahnung und Erinnerung an den Orkan, der in den Abendstunden des 18. Januar 2007 etwa zwei Drittel der heimischen Wälder zerstört und eine Spur der Verwüstung hinterlassen hat“, wie es auf der Tafel zu lesen ist. Weiter steht dort: „Gestiftet von einem Mellener Bürger, der auf der Heimfahrt in den Orkan geraten ist, und unversehrt aus seinem zerstörten Auto befreit werden konnte.“ Mit der Dorfgemeinschaft und dem damaligen Ortsvorsteher Josef Rüth wurde seinerzeit dieses Denkmal mit Kyrill-Holz verwirklicht.

Fotos davon hat Dr. Karl-Heinz Heiner, der mit der Kamera die Dorfgeschichte seit 1980 in Bildern festhält. Auf seinen Fotos direkt nach dem Orkan sind Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr deutlich zu sehen. „An der Riesei sollen etwa 4 800 Festmeter Holz gefallen sein“, erzählt er. In Mellen sorgten umgestürzte Bäume für gesperrte Straßen, ein Dorfbewohner gelangte unversehrt aus seinem Auto, das auf der Straße von Langenholthausen nach Mellen von herabstürzenden Bäumen getroffen wurde.

Pausenlos waren in dieser Nacht die Feuerwehr und auch das THW im Einsatz, den Stromausfall in Mellen konnten die Hilfskräfte nicht verhindern. „Auf einmal ging nichts mehr“, erinnert sich Christoph Rüth. „Da wurde erst deutlich, wie groß die Abhängigkeit von Strom ist.“ Doch insgesamt hatte das Dorf noch einmal Glück gehabt, niemand wurde verletzt.

Bei Dr. Heiner wurde das Dach seiner Hütte abgedeckt, und auch andere Bewohner waren vom Orkan betroffen. Große Verluste hatten die Waldbesitzer und die Forstbetriebsgemeinschaft zu verzeichnen. „Doch bis auf Sachschäden sind wir davon gekommen“, so Rüths Bilanz.

Die Folgen des Sturms Kyrill sind auch heute noch sichtbar: Große Lücken in den Wäldern rings um Mellen sind Beweise von der Gewalt, die damals wütete. Weitere Erinnerungen sollen heute ab 18 Uhr im Haus Rumland ausgetauscht werden. - Julius Kolossa

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