Förster Nikodem: Noch geht es dem Wald gut

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Revierförster Richard Nikodem zeigt den Zustand des Waldes auf einer Wiederaufforstungsfläche zwischen Volkringhausen und Grübeck im Bereich der Bundesstraße.

Balve - Ist es zu warm, werfen die Bäume ihre Blätter ab, lassen kleinere Blätter wachsen, oder sorgen wie der entlang der Bundesstraße 515 ausgesetzte Weißdorn dafür, dass die Spitze zurück trocknet. „Die Natur hat es drauf“, sagt Richard Nikodem, Revierförster für Balve. 

Wie der Zustand des Waldes nach der langen und weiter anhaltenden Hitzeperiode ist, zeigt der Förster anhand einer Fläche zwischen Volkringhausen und Grübeck. Diese gehörte mit zum Verkehrssicherungsprojekts im Oktober 2017 – eine groß angelegte Baumfäll-Aktion im Hönnetal bis nach Sanssouci. Mit Sträuchern und Bäumen zweiter (mittelwüchsiger) Ordnung fand eine Wiederaufforstung statt, die, so Richard Nikodem, Erfolg hatte. 

Springkraut als Begleitvegetation 

„Die Begleitvegetation ist höher als die neu gesetzten Pflanzen und Bäume“, zeigt er auf Drüsiges Springkraut, das sich selbst ausgesät hat. Auch Kreuzdorn lässt sich blicken sowie hier und da eine Esche. „Vielleicht sind die widerstandsfähig“, blickt der Revierförster auf die kleinen Triebe, die sich nach dem Eschensterben wieder gebildet haben. 

Laut Nikodem ist derzeit noch ausreichend Feuchtigkeit im Boden, wie der Revierförster hier zeigt.

Nach einem Blick über die Fläche entlang der Bundesstraße weiß er: „Die hier vorgenommene Wiederaufforstung hat eine Chance.“ Dafür sorgt der Kalkboden, auf dem die Fichten gefällt worden waren. „Die waren nicht standortgerecht“, betont Richard Nikodem. Nachdem jetzt genügend Licht auf den Boden fällt und die wärmenden Sonnenstrahlen ihr Übriges tun, kann sich die Natur frei entfalten: „Hier gibt es eine riesige Nährstoffvegetation.“ Dazu gehöre auch, dass sich Brennnesseln wohlfühlen. All dies, so der Revierförster weiter, werfe Schatten, sodass die gepflanzten Setzlinge nicht der Bruthitze ausgesetzt seien. 

Nikodem zeigt, was sich unter der Erde tut 

Schon mehr als 30 Grad zur Mittagszeit, und dies nicht als Ausnahme, sondern in den vergangenen Wochen regelmäßig, nur unterbrochen von einigen heftigen Regengüssen – Richard Nikodem zeigt, was sich unter der Erde tut. Mit einem Spaten hebt er ein Stück Erde aus, und weist auf den feuchten Boden hin. „Noch ist dieser feucht“, sagt Nikodem, der sagt, dass Niederschlag für Bäume und Sträucher dringend erforderlich ist. 

Auswahl der Bäume ist wichtig 

„Der bisherige Regen bleibt auf der Pflanzenoberfläche liegen und erreicht den Boden nicht.“ Die Folgen stellt der Waldexperte so dar: „Die im Frühjahr gewachsenen Pflanzen sind vertrocknet.“ Ein gewisser Prozentsatz würde bei diesen Temperaturen absterben, was aber im Ganzen nicht bedrohlich sei. „34 Grad sind für den Wald kein Problem“, weiß er die wiederaufgeforstete Fläche auf gutem Grund und Boden. 

„Wir sorgen mit einer Auswahl von Bäumen wie Buche, Weißtanne, Douglasie, Lärche, Traubeneiche, Esskastanie und auch Walnuss dafür, dass diese den Bedingungen wie mehr Wärme und trockeneren Sommern angepasst sind.“ Sein Fazit nach dem Ortstermin: „Ich mache mir noch keine Sorgen.“ 

Sehr hohe Waldbrandgefahr 

Sorgen allerdings bereite ihm die Waldbrandgefahr. In dieser Woche sind die Feuerlöschteiche kontrolliert und die Zufahrten freigeschnitten worden. Wenn Richard Nikodem dann in der nächsten Woche Waldbrand-Bereitschaft hat, hält er für die Feuerwehren im Falle eines Brandes sämtliche Lagepläne bereit. 

Um den Ernstfall aber zu verhindern, fordert er alle Waldnutzer auf: „Keine brennenden Zigarettenkippen wegwerfen – es ist alles so trocken, dass sich sofort Flammen ausbreiten können.“ Und das geht schnell, denn mehrere Hektar Wald in der Region seien in den vergangenen Wochen schon durch Brände vernichtet worden.

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