Funde beweisen Theorie

Im MK: Funde von Trümmerteilen deuten auf Flugzeugabsturz hin

Metalldetektor Mazza Sondengänger Flugzeugteil
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Giuseppe Mazza ist Sondengänger. Mit einem hochmodernen Metalldetektor sucht der 37-Jährige den Waldboden ab. Hat er etwas entdeckt, markiert Mazza die Fundstücke mit einem Fähnchen, damit sie später genau zugeordnet werden können.

Guiseppe Mazza hat ein ungewöhnliches Hobby: Der 37-Jährige ist Sondengänger. Er hat Trümmerteile in einem Wald im Märkischen Kreis gefunden.

Mazza ist zufrieden mit seiner Suche im Waldgebiet bei Eisborn, wo im November 1944 eine deutsche Militärmaschine abstürzte. „Ich kann Beweise für den Absturz liefern“, deutet der 37-Jährige auf einige Fundstücke - Trümmerteile von einem Flugzeugabsturz. Hebel gehören dazu, Teile von einem Flugzeugsitz, einer Tragfläche und eines Flügels, aber auch eine Klappe, ein Versorgungsrohr und ein elektronisches Bauteil.

Insgesamt 32 größere Teile hat Mazza in der Nähe der Balver Ortschaft aus dem Waldboden geholt, außerdem weitere kleinere Funde. All dies im Namen der Wissenschaft, denn Giuseppe Mazza hat vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe eine Genehmigung für die Suche mit einem Metalldetektor im Märkischen Kreis und auch dem Hochsauerlandkreis. „Die Fundstücke übergebe ich einem Historiker, der diese dann zeitgeschichtlich zuordnet“, fasst er seine Arbeit zusammen.

Beweise für Flugzeugabsturz: Mit hochmodernem Metalldetektor unterwegs

Dazu benötigt er einen hochmodernen Metalldetektor, der bis in 40 Zentimeter Bodentiefe Metallteile orten kann. „Und das ab einer Größe von etwa 0,5 Zentimetern.“ Mit einem GPS-Gerät hält Giuseppe Mazza den Fundort jeweiligen fest. Die Daten werden jedem Fundstück genau zugeordnet. „Das ist mühselig“, gibt er zu. Aber dafür werde er immer wieder mit anderen Funden belohnt.
In Eisborn hat er ein umfangreiches Konvolut an Fundstücken und Trümmerteilen zusammengetragen, die bestätigen: „Ja, hier hat der Absturz des von Dr. Rudolf Tillmann beschriebenen Flugzeugs stattgefunden.“ Mit viel Akribie hat Mazza bereits eine erste Zuordnung vor Ort vorgenommen.

Es begeistert ihn, auf diese Weise jeweils ein Stück Geschichte zusammentragen zu können. „Als Junge bin ich zum ersten Mal mit einem Metalldetektor losgegangen“, blickt er zurück. Vor einigen Jahren habe er dann er eine Fernsehserie gesehen, die sich mit dem Hobby beschäftigte – und war sofort Feuer und Flamme.

Funde erhält ein Historiker - auch vom Flugzeugabsturz in Balve

„Dafür bin ich allerdings auch bei den Behörden als ehrenamtlicher Helfer registriert“, betont er. Sämtliche Funde leitet er weiter: „Das ist für mich selbstverständlich. Leider gibt es immer noch zu viele Sucher, die sich einfach so auf die Suche machen – und ihre Funde einfach für sich behalten. Damit geht Geschichte verloren.“

In dem Waldgebiet in Eisborn, das Mazza jetzt abgesucht hat, sei 2008 eine Hobby-Sucher unterwegs gewesen, berichtet er. „Im Internet wurden entsprechende Funde dargestellt“, weiß Mazza. Gerne möchte er davon ausgehen, dass all diese auch an die richtigen Stellen weitergegeben wurden und nicht in privaten Sammlungen landeten. Und: „Nicht jeder darf mit einem Metalldetektor einfach überall auf die Suche gehen, denn man braucht dafür eine Genehmigung.“

Preiswert sei das Hobby zudem nicht: Für seine professionelle Ausstattung hat der 37-Jährige etwa 2000 Euro ausgeben müssen.

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