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Fitness- und Sonnenstudios klagen über 2Gplus-Regelung

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Von: Julius Kolossa

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Der Besuch von Solarien in der sonnenarmen Jahreszeit ist für manche Gäste stimulierend und kann helfen, über den Winterblues hinweg zu kommen. Die Zutrittsregelung nur mit negativem Testergebnis hält – zum Ärger der Betreiber –  die meisten Gäste von einem spontanen Besuch ab.
Der Besuch von Solarien in der sonnenarmen Jahreszeit ist für manche Gäste stimulierend und kann helfen, über den Winterblues hinweg zu kommen. Die Zutrittsregelung nur mit negativem Testergebnis hält – zum Ärger der Betreiber – die meisten Gäste von einem spontanen Besuch ab. © Monique Wüstenhagen

2G-Nachweis plus tagesaktueller negativer Coronatest – die Hürden sind hoch, die seit Ende des vergangenen Jahres mit der entsprechenden Corona-Schutzverordnung für das Freizeit-gewerbe in Kraft getreten sind. „Unsere geimpften Kunden beschweren sich, dass sie sich jetzt auch noch zusätzlich testen lassen müssen“, fasst Oliver Teßmer, Inhaber vom Sonnenstudio „Fit for sun“ in Balve, die Reaktionen im Gespräch mit unserer Zeitung zusammen.

Balve - „Ja, man ist sicher, wenn man genesen oder geimpft ist und dann noch einen negativen Test vorlegen kann“, stellt er das damit erzielte Ergebnis nicht in Frage. „Und doch ist der Aufwand zu groß – die Kunden müssen sich erst um einen Testtermin bemühen, so dass die Spontanität weg ist, unser Sonnenstudio nach Lust und Laune zu besuchen.“

Ähnliche Töne stimmte auch Anja Dransfeld vom „Hönnevital“ in Balve an. „Ich passe meine Kurstermine immer mehr an die Testtermine an.“ Denn: „In der ersten Woche, in der diese neue Verordnung gilt, kommen die Leute, die nach wie Bock auf Sport haben, doch sie haben Schwierigkeiten, einen Corona-Testtermin zu bekommen.“ Die Hönnevital-Geschäftsführerin hat reagiert und weitere Online-Kurse freigeschaltet. „Ich bin überrascht über die vielen Kunden, die nach wie vor kommen.“

Doch sie weiß auch um organisatorische Schwierigkeiten, die überwunden werden müssen: „Ein Besuch bei uns muss mit einem Testtermin kombiniert werden und dies vor oder nach der Arbeit. Probleme haben außerdem Senioren, die nicht viel Erfahrung mit Online-Portalen haben.“ Die Älteren müssten sich immer mehr mit dieser Technik vertraut machen, denn ohne gehe es nicht mehr. Dransfeld hofft für die Zukunft das Beste, will aber auch Bedenken nicht verbergen: „Ich habe Bauchschmerzen über die Verordnungen, die demnächst noch auf uns zukommen werden.“ Denn der Aufwand für die Kontrollen werde immer höher. Die 2G-Regelung hätte allen Anforderungen eigentlich genügt. Das „plus“ sorge für mehr Sicherheit („das steht außer Frage“), doch aber auch für mehr Arbeit.

Im „life“ in Garbeck wurde dafür ein Mitarbeiter nur für die Eingangskontrolle abgestellt. Andrea Krüger hat als Geschäftsführerin reagiert: „Es ist alles sehr zeitraubend, damit sich alle noch sicherer fühlen.“

Ihr Fitnessstudio profitiere von der Nähe nach Neuenrade, wo mehr Testmöglichkeiten als in Balve zur Verfügung stehen würden. „Ich weiß aus eigener Erfahrung und Erzählungen unserer Kunden, dass der Ablauf im Drive-In-Testzentrum am Freibad sehr gut geregelt ist.“ Krüger betont aber auch, dass die nicht-technikaffinen älteren Mitbürger das Nachsehen haben, denn diese brauchen Hilfe, um sich dafür einzubuchen. „Doch sie brauchen das Training; nach vier Wochen Pausieren sind leider große Rückschritte bemerkbar.“ Im „life“ jedenfalls werden jetzt immer mehr Outdoor-Kurse je nach Wetterlage angeboten.

Alle drei Geschäftsinhaber bestätigen: „Das Neukunden-Geschäft ist noch sehr zurückhaltend.“ Andrea Krüger fügt hinzu: „Wohin denn dann mit den guten Vorsätzen für das neue Jahr?“

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