Feuerwehr rettet kleinen „Osterhasen“

Beim Anzünden des Osterfeuers in Balve fing Stadtbrandinspektor Oliver Prior ein kleines Wildtier und rettete es vor den Flammen.

Balve - „Da ist der Osterhase!“, rief am Sonntag ein aufmerksamer Besucher vor dem Anzünden des Osterfeuers in Balve. Zwischen Groß und Klein lief ein noch kleines Wildtier hilflos herum. Stadtbrandinspketor Oliver Prior fing das kleine Langohr ein und barg es an seiner Jacke.

In Absprache mit Fachleuten wurde die weitere Unterbringung besprochen. Währenddessen loderte das Osterfeuer, angezündet von Pfarrer Andreas Schulte „Möge es Licht in die Dunkelheit bringen“.

Allzu lange brannte es allerdings weder hier noch an anderen Orten – fast in Rekordzeit waren die Holzstöße in diesem Jahr niedergebrannt. In Garbeck musste die Feuerwehr tätig werden, hatte doch der Wind die Flammen auf angrenzende Bäume übergetragen. Schnell war hier das Feuer gelöscht, so dass die Feier bei Bier, Bratwurst und Blasmusik weiter gehen konnte.

Dieser Ostersonntag war ein Familientag. An allen Orten genossen Jung und Alt die sommerlichen Temperaturen in geselliger Runde im Schein des Feuers. Angezündet wurde es jeweils von Fackeln, die ihrerseits ihre Flammen von der Osterkerze bekamen. Es waren rundum perfekte Bedingungen bei dieser Brauchtumsveranstaltung, an der im gesamten Stadtgebiet mehrere hundert Menschen teilnahmen. Es zeigte sich, dass Osterfeuer nichts von ihrem Ruf als beliebte Treffpunkte verloren haben. Schon von Weitem war ihr Feuerschein zu sehen. Und in Balve, Langenholthausen, Garbeck und Balve spielte die Musik dazu.

Eine große Aufgabe hat jetzt Oliver Prior, der Hasenretter vor sich. Zwei Wochen ist das Tier nach Schätzungen von Fachleuten alt: „Den Kleinen müssen wir jetzt durchbringen.“ Selbstkritisch gibt er unserer Zeitung gegenüber zu, dass er das Wildtier nicht mit den Händen, sondern vielmehr mit Handschuhen hätte anfassen sollen. Auch das Streicheln lassen der Kinder war nicht hilfreich, denn das Tier hätte Ruhe gebraucht: „Ich wollte helfen, und habe dabei einige Fehler gemacht.“

In freier Wildbahn hätte der Kleine keine Überlebenschance, so die Experten, darunter Tierärztin Alexandra Gaberle. Es wird eine Unterbringungsmöglichkeit gesucht; unter anderem im Wildwald Voßwinkel wurde schon nachgefragt. Der Retter ist sich bewusst, dass bei dieser Aktion einiges schief gelaufen ist, und stellt fest: „Bitte nicht nachmachen! Wilde Tiere nicht anfassen!“

Von Julius Kolossa

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