Festspielverein hat wieder „Luft zum Atmen“

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Der Vorstand der Festspiele Balver Höhle. ▪

BALVE ▪ Das Sparkonzept zur Rettung des Vereins und das Märchen für die Saison 2012 standen im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung der Festspiele Balver Höhle.

„Es war nicht fünf vor zwölf – es war 1 Uhr. Es war eigentlich schon vorbei“, Theo Bösterling, zweiter Vorsitzender der Festspiele Balver Höhle, stellte auf der Mitgliederversammlung am Dienstag die Situation des Vereins dar. Die kürzlich mit der Stadt und den heimischen Geldinstituten als Gläubiger geführten Gespräche sowie den Lieferanten und Sponsoren waren letztendlich doch noch von Erfolg gekrönt: „Wir haben die Insolvenz abwenden können.“

Deshalb müssten Mitgliedsbeiträge auch für Ensemblemitglieder erhoben werden, lautete eine Forderung. 102 Aktive gibt es, die ebenso wie die 120 Passiven nun auch ihren finanziellen Obolus leisten müssen. Zehn Euro für Jugendliche, 20 Euro für Erwachsene und 40 Euro für Familien. Von den 32 Teilnehmern stimmten zwei dagegen ab. Damit endete die engagiert geführte Diskussion, mit Standpunkten von „Ein Schlag ins Gesicht der Aktiven“ und „Wo bleibt deren Anerkennung?“ bis hin zu „Wir sollten alles unternehmen, damit der Verein weiter bestehen kann“. Spätestens nach dem Vortrag von Klaus Hundrieser (Wirtschaftsprüfer) stand fest, dass die Entscheidung schon gefallen war. Mit etwa 160 000 Euro steht der Verein in den Roten Zahlen; 2009 waren es um die 190 000 Euro.

Das „Projekt Zukunft“ wurde deshalb ab Herbst vergangenen Jahres mit der Stadt Balve, der Sparkasse, der Volksbank und weiteren Sponsoren auf den Weg gebracht. Erste Maßnahmen wurden ab dem 2. Februar umgesetzt. So sind Kreditraten und Zinsen ausgesetzt, der Darlehenszins auf vier Prozent gesenkt sowie Teilverzichte seitens der Stadt und von Mäzen Josef Jost erreicht worden. Außerdem übernimmt plakart die Öffentlichkeitsarbeit, es wird am Veranstaltungsmarketing gearbeitet und ein Beirat sitzt in „Lauerstellung“. Dieses Führungsinstrument soll Fördertöpfe als Einnahmequellen aufspüren. Auch soll verstärkt um Mitglieder geworben werden.

„Wir werden nur noch das Spielen, was kein Minus einfährt“, so Theo Bösterling. War „Pippi Langstrumpf“ mit 98 Prozent ausgelastet, so waren es 70 Prozent bei „Ronja Räubertochter“. Das nächste Märchenstück 2012 heißt: „Simba – König der Tiere“. In die afrikanische Savanne wollen die Festspiele Balver Höhle die Besucher entführen.

Unter Regie von Anke Lux wird das Ensemble im Herbst mit der Probenarbeit beginnen. Robert Hesse bearbeitete die afrikanische Fabel für Freilichtbühnen. Inhalt und Musik sind angelehnt an den Disney-Zeichentrickfilm. Herausforderungen kommen damit auf das Kostümteam und die Kulisse zu. Im Mai und Juni 2012 soll dann afrikanisches Grasland in der Kulturhöhle entstehen.

Wieder handlungsfähig ist der Verein, denn mit Hermann Becker wurde nach einjähriger Vakanz ein neuer Schatzmeister gewählt. Bestätigt wurde der zweite Vorsitzende Theo Bösterling. Einstimmig fiel die Entscheidung für die neue Version der Satzung aus, nach der die Mitglieder des erweiterten Vorstandes doch von der Mitgliederversammlung gewählt werden sollen. Theo Bösterling positives Fazit: „Wir haben wieder Luft zum Atmen.“ ▪ JK

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