Amtsgericht weiß von nichts

Festspielverein: Kein Rücktritt vom Rücktritt möglich

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Die zurückgetretene Vorsitzende Ulrike Mertens.

Balve - Der 2. Vorsitzende des Festspielvereins Balver Höhle ist zurückgetreten, daraufhin auch die 1. Vorsitzende zusammen mit dem Pressesprecher und einem Beisitzer. Dies führte dazu, dass der 2. Vorsitzende doch wieder in sein Amt zurückkehrte. Und wie geht es jetzt weiter?

 „Uns ist davon nichts bekannt“, hieß es beim Amtsgericht Arnsberg, das das Vereinsregister für Balver Vereine führt, auf Nachfrage. „Nach wie vor ist der seit März 2018 bestehende Vorstand registriert.“ 

Die jetzige Konstellation mit einem Rücktritt vom Rücktritt sei aber nicht möglich, denn, so hieß es aus Arnsberg: „Jemand, der zurückgetreten ist, der kann sein Amt nur dann wieder annehmen, wenn er in der Mitgliederversammlung auch wieder gewählt worden ist.“ 

Plötzlich wird neuer Vorstand präsentiert

Dies ist bisher nicht der Fall gewesen; vielmehr überschlugen sich innerhalb von zwei Wochen die Ereignisse im Vorstand. Und seit Mittwoch hat sich plötzlich sogar ein neuer Vorstand aufgestellt. 

Auf der Internetseite der Festspiele wird als 2. Vorsitzender Thomas Kruse gelistet, als Schatzmeister Hermann Becker genannt sowie als kommissarische Pressesprecherin und Schriftführerin Christin-Marie Gittel aufgeführt. Chris Perschke wird als kommissarische Beisitzerin präsentiert, Michaela Butterweck als 2. Ensemblesprecherin. 

„Das geht nicht“, ist dazu die Meinung von Ulrike Mertens im Gespräch mit unserer Zeitung: So sei Michaela Butterweck bisher noch nicht im Vorstand aktiv gewesen. Dafür hätte Christ Perschke ihre Funktion der stellvertretenden Ensemblesprecherin abgegeben und das Amt als Beisitzer übernommen. Dieses war durch den Rücktritt von Siegfried Dohalt frei geworden. 

Wieso die bisherige Schriftführerin Christin-Marie Gittel nun auch die Pressearbeit übernimmt, wenn auch kommissarisch, ist der ehemaligen Vorsitzenden ein Rätsel. „Das ist kein geschäftsfähiger Vorstand“, merkt Ulrike Mertens an. 

„Nach wie vor bin ich noch eingetragen als Vorsitzende“ 

Sie wusste, dass dieser Zusammensetzung eine Vorstandssitzung vorausgegangen war, an der sie aus gegebenem Anlass nicht teilgenommen hat. Und: „Nach wie vor bin ich noch eingetragen als Vorsitzende.“ 

Ihr Ziel: „Eine außerordentliche Mitgliederversammlung, in der die Dinge geregelt werden“. Um weitere Schritte einzuleiten, habe sie das Protokoll von der letzten von ihr geleiteten Vorstandssitzung am 26. Juni angefordert, aber bis dato nicht erhalten. Sie betonte, keinen „Stunk zu machen“. Vielmehr wolle sie ihr Amt „in geordnete Bahnen an meinen Nachfolger übergeben.“ 

Auf Nachfrage, wie das Ensemble die Gesamtsituation sehe, erklärte Ensemblesprecher Jörg Leiß: „Das hat sich nach der Wahl entwickelt.“ Als Grund dafür hatte er Probleme mit der Führung im Vorstand ausgemacht. Die unterschiedlichen Auffassungen zwischen Ulrike Mertens und den anderen Vorstandsmitgliedern seien nicht mehr überbrückbar gewesen.

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