Alle Hoffnungen ruhen auf Saison 2021

Festspielverein: Liquiditätslimit ist erreicht

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In der Balver Höhle finden 2020 keine Veranstaltungen mehr statt: Die coronabedingten Absagen haben den Festspielverein um den Vorsitzenden Lukas Koch (Zweiter von links) in finanzielle Probleme gestürzt.

Balve – Der Festspielverein Balver Höhle ist an seinem Liquiditätslimit angekommen. „Nach Abzug aller Kosten steht uns aktuell kein dreistelliger Betrag mehr zur Verfügung“, bezifferte Vorsitzender Lukas Koch das Ausmaß der finanziellen Misere.

In diese war der Verein geschlittert, weil 2020 coronabedingt alle Veranstaltungen abgesagt werden und Einnahmen durch verkaufte Tickets in Höhe von fast 45 000 Euro rückerstattet werden mussten

Corona hat deutliche Spuren hinterlassen. „Insgesamt haben wir gut 32 000 Euro neue Schulden gemacht, sodass wir die Rückzahlungen unseres Kredits für zwei Jahre aussetzen müssen“, sagte Koch. 80 000 Euro an Altschulden sind an zwei Gläubiger noch zu zahlen. Die Stadt bürgt dabei für den Festspielverein. Nur dank Spenden von privater Seite, Geschäftsleuten und der Bürgerstiftung, aber auch der Zusammenarbeit mit Sparkasse, Volksbank und der Stadt Balve konnten zumindest die Verbindlichkeiten bei den Lieferanten beglichen werden und auch die Ticket-Rückerstattungen erfolgen. Die Betriebskosten für die erste Jahreshälfte konnten ebenfalls gestemmt werden. 

Liquiditätsplan ist auf Kante genäht

„So war es uns möglich, einen Liquiditätsplan zu erstellen, der uns bis zum Start der neuen Saison bringt“, sagte Vorsitzender Koch. Dieser Plan lasse aber keinerlei Raum für Abweichungen und sei darauf ausgelegt, die Vereinsgeschäftsstelle bis Mai 2021 nur mit Minimalbesetzung zu betreiben und die Ausgaben auf das Allernotwendigste zu beschränken. 

Schon einberechnet sind die Kosten für den Abbau der Tribüne, die im März für die Veranstaltungssaison 2020 aufgebaut, seitdem aber praktisch nicht genutzt wurde. Nur zur Schützenmesse der St.-Sebastian-Bruderschaft und bei der Verabschiedung der Zehntklässler der Realschule waren die Plätze besetzt. „Wir müssen ab der nächsten Woche abbauen, damit die Schützenbruderschaft genügend Platz für die Abnahme der Höhle im nächsten Frühjahr hat“, so Koch. 

Proben beginnen im August

Trotz der anhaltenden Pandemie-Lage sollen ab August die Proben für das Erwachsenenstück „Der Gott des Gemetzels“ beginnen, das in der Aula der Realschule und in der Sokola.de in Langenholthausen an fünf Abenden aufgeführt werden soll. Die genauen Termine werden noch bekannt gegeben. 

Nicht stopfen kann der Verein seine Finanzlöcher mit den 92 000 Euro aus dem Förderprogramm Leader. Denn diese Mittel sind zweckgebunden für den Umbau der ehemaligen Diskothek „Mammut“ und Teile der Gransauer Mühle, die zur Begegnungsstätte beziehungsweise Vereinsheim werden sollen. Für all dies müssen noch ein Finanzplan und eine rechtliche Vorlage erstellt werden, die im Herbst bei der Bezirksregierung Arnsberg eingereicht werden sollen, um final grünes Licht für die Förderung zu erhalten. Zuversichtlich zeigte sich der Vorsitzende, den 20-prozentigen Eigenanteil aufbringen zu können, der bei jedem Leader-Projekt anfällt: Weil die Maßnahmen laut Förderrichtlinien erst bis Ende 2021 fertiggestellt sein müssen, bestünde genügend Zeit, das Geld zu generieren. 

Ein Doppel-Jubiläum steht an

2021 soll ohnehin das Jahr des Vereins werden, denn neben den Aufführungen in der Höhle, unter anderem das Musical „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“, die Nacht der Tenöre, Irish-Folk-Festival und „Night of Music“, steht ein Doppel-Jubiläum an: 30 Jahre Festspielverein und 100 Jahre Höhlenspiele.

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