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Der Tod kam ganz plötzlich: „Jedermann“ feiert am Freitag Premiere

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Von: Julius Kolossa

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Proben für den „Jedermann“ des  Ensemble des Festspielvereins in der Kirche St. Blasius
In Kostümen hat das 35-köpfige Ensemble des Festspielvereins in der Kirche St. Blasius bereits geprobt. Jetzt fiebern alle der Premiere am 4. November entgegen. © Kolossa, Julius

Der Tod kam dann doch sehr plötzlich - und konfrontierte den reichen Mann mit seinem Leben. Die Geschichte des „Jedermann“ feiert am Freitag Premiere und ist anschließend fünf weitere Male zu sehen.

Balve - Der Tod kam dann doch sehr plötzlich – der reiche Herr Jedermann hatte bereits Pläne für den Kauf eines Grundstücks, er wollte heiraten, und all dies im großen Kreis feiern. Doch dann kam alles ganz anders: der Tod platzte in die Feier, und konfrontierte den reichen Mann mit seinem Leben, das aus Reichtum und Gedankenlosigkeit gegenüber den ärmeren Mitmenschen bestand.

Sechs Aufführungen in der Balver Pfarrkirche

Diese Geschichte wird sechs Mal in der Balver Pfarrkirche vom Ensemble des Festspielvereins Balver Höhle als „Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal (1874 bis 1929) präsentiert. „Wir spielen ohne Pause, sonst würde das Stück auseinandergerissen“, erzählt Michaela Butterweck, die die Hauptrolle des „Jedermann“ hat. Dazu gehört viel Text im Monolog oder Dialog mit dem Tod und dem „Guten Gesell“.

Insgesamt 35 Akteure umfasst das Ensemble für dieses Stück. Zu Stück gehören einige Szenen mit vielen und einige Szenen mit nur wenigen Schauspielern, zudem zwei Lieder, die Regisseurin Marie Neuhaus-Schwermann exklusiv für diese Aufführung ausgesucht hat.

„Hierfür hat unser Festspielchor geprobt“, so Kristin Lichtenberg, die die Chorleitung übernimmt. Und so wird der Balver „Jedermann“ durch „Dein ist mein ganzes Herz“ und „Griechischer Wein“ bereichert. „Dabei spielen die Sänger auch als Schauspieler in diesem Stück mit.“

Dieses ist anspruchsvoll von seiner Darbietung her, wie sich in der Hauptprobe zeigte. In historischen Kostümen und mit dezenten Lichteffekten gekonnt in Szene gesetzt, ist das Theaterstück mit seiner Aussage zeitlos: sich mit dem Sinn des Lebens und vor allem mit dem eigenen Leben auseinanderzusetzen.

Dirk Büchsenschütz glänzt als Tod

Hierbei glänzt Dirk Büchsenschütz als der Tod. Vor 18 Jahren hat er bereits schon einmal diese Rolle gespielt, und dies unter der Regie von Werner Traud (†). Auch dieses Mal hat der Tod nichts von seiner Eindringlichkeit verloren, wenn er mahnt und erinnert.

Mit Geld allein, das wird Jedermann schnell deutlich, kann nichts erreicht werden. Denn im Angesicht des Todes wirken die zuvor in munterer Runde vom Gesell zu Jedermann gesagten aufmunternden Worte „Ja, das weiß Gott, viel Geld macht klug“, inzwischen wie blanker Hohn. Die Zuschauer dürfen sich auf zwei Stunden einstellen, in denen sie wegen der anspruchsvollen Handlung kaum zum Durchatmen kommen werden. Das Drama nimmt seinen Lauf – und die Besucher sind mittendrin...

Premiere und weitere Termine

Die Premiere der „Jedermann-Aufführung“ ist am Freitag, 4. November, in der Balver Pfarrkirche St. Blasius. Dort finden auch die weiteren Aufführungen jeweils ab 20 Uhr statt: 5. November, 11. November, 12. November, 18. November und 19. November. Noch gibt es Tickets für alle Vorstellungen zum Stückpreis von 22 Euro (20 Euro ermäßigt, 15 Euro für Kinder bis 14 Jahren) unter Tel. 0 23 75 / 10 30 in der Geschäftsstelle des Festspielvereins und online unter www.festspiele-balver-hoehle.de.

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